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Abrupter Klimawechsel beschreibt den rapiden Klimawandel zu einem neuen Klimazustand. Ein Klimawechsel hat gravierende Auswirkungen auf Lebensräume in der Umwelt, weil Ökosysteme sich den neuen klimatischen Bedingungen in kurzer Zeit neu anpassen müssen. Beispiele für abrupte Klimawechsel werden in der Literatur oft als Dansgaard-Oeschger-Ereignis oder Heinrich-Ereignis beschrieben. Konkrete Perioden mit abruptem Klimawechsel sind die Jüngere Dryaszeit und möglicherweise auch das Paläozän/Eozän-Temperaturmaximum.

Klimaproxy der letzten 100.000 Jahre dokumentieren starke Klimasprünge innerhalb von Jahrzehnten oder einigen Jahren. Um die Dynamik und Auswirkungen abrupter Klimawechsel im Lebensraum des Menschen besser rekonstruieren zu können, helfen speziell Seesedimente. Dabei spielt auch die atmosphärische Zirkulation eine größere Rolle als bislang angenommen.[1] [2]

Ursachen

Es gibt verschiedene Mechanismen, die einen abrupten Klimawechsel herbeiführen können. Drastische Veränderungen von Meeresströmungen können sofortige regionale Klimaveränderungen auslösen. Ein anderer Mechanismus basiert auf der Annahme, dass sich große Mengen Methan in Folge einer Erwärmung der Meere aus Methanhydrat-reichen Sedimenten und Permafrost lösen. In Folge dessen würde es zum Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur kommen, weil Methan ein hochwirksames Treibhausgas ist. Dies würde zusätzlich zur Erwärmung beitragen und könnte so einen starken Rückkopplungseffekt im Klimasystem bewirken.[3] Das Treibhauspotenzial von 1 kg Methan ist, auf einen Zeitraum von 100 Jahren betrachtet, 25 mal höher als das von 1 kg Kohlenstoffdioxid[4] ; nach einer neueren Untersuchung beträgt dieser Faktor sogar 33, wenn Wechselwirkungen mit atmosphärischen Aerosolen berücksichtigt werden.[5]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1.  Brauer, A. Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung: Abrupte Klimawechsel und Sedimentarchive. GFZ, Potsdam 2012, S. 52-57, doi:10.2312/GFZ.syserde.02.01.10. Online
  2.  National Research Council: Abrupt Climate Change: Inevitable Surprises. National Academy Press, Washington D.C. 2002, ISBN 978-0-309-07434-6, S. 244. Online
  3. James P. Kennett, Kevin G. Cannariato, Ingrid L. Hendy, Richard J. Behl Methane Hydrates in Quaternary Climate Change: The Clathrate Gun Hypothesis. American Geophysical Union, Washington DC 2003, ISBN 0-87590-296-0.
  4.  P. Forster, P., V. Ramaswamy et al.: Changes in Atmospheric Constituents and in Radiative Forcing. Science 326 Auflage. Cambridge University Press, Cambridge und New York 2007, 2007, ISBN 9780521880091, S. 212. Online
  5.  Drew T. Shindell*, Greg Faluvegi, Dorothy M. Koch, Gavin A. Schmidt, Nadine Unger, Susanne E. Bauer: Improved attribution of climate forcing to emissions. Science 326 Auflage. AAAS, 2009, S. 716–718, doi:10.1126/science.1174760. Online

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