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Andrea Arcais

Andrea Arcais

Andrea Arcais (* 14. Juni 1960 in Serramanna auf Sardinien, Italien) ist ein deutsch-italienischer SPD-Politiker. Er lebt in Münster und ist mit Svenja Schulze verheiratet. Bei der Konferenz der regionalen SPD (Münster sowie die Kreise Coesfeld, Borken, Warendorf und Steinfurt) wurde er im Februar 2013 einstimmig zum SPD-Kandidaten des Münsterlandes für die Europawahl nominiert.[1][2][3]

Leben

Andrea Arcais wurde als Sohn von Antonio Arcais und Maria Steri - beide einfache Arbeiter – auf Sardinien (Italien) geboren.

Antonio Arcais musste Ende der 1950er Jahre seine Heimat auf der Suche nach Arbeit und einer Existenzgrundlage für die Familie verlassen. Seine Stationen waren unter anderen: Lothringen, Niederlande und Süddeutschland bis er schließlich im Bergischen Land eine dauerhafte Beschäftigung fand. 1964 zog daraufhin der Rest der Familie, also die Mutter, Andrea Arcais und seine zwei Brüder, Giovanni, geb. 1962, und Crescenzio Vittorio, geb. 1964, nach. Die Nationalität von Andrea Arcais ist aufgrund dieser Familiengeschichte Deutsch und Italienisch.

Nach dem Schulabschluss an der Höheren Handelsschule in Wermelskirchen zog Andrea Arcais 1978 nach Münster. Dort begann er eine Berufsausbildung im Buchhandel in der Universitätsbuchhandlung Coppenrath am Prinzipalmarkt und erhielt den IHK- Abschluss als Buchhändler. Von 1981 bis 1986 machte Arcais das Abitur über den Zweiten Bildungsweg auf dem Bischöflichen Overberg-Kolleg in Münster. Im Anschluss studierte er von 1987 bis 1993 Germanistik und Kunstpädagogik an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

Beruf

Seit 1993 ist Andrea Arcais Freiberuflicher Journalist, Autor, Gestalter und Kommunikationsberater. Im Verlauf seiner gestalterischen Projekte hatte er von 1996 bis 2000 einen Lehrauftrag für "Experimentelles Zeichnen" für Studierende in der Lehramtsausbildung an der Kunstakademie Münster, Klasse Lilli Fischer.

Als freier Autor und Journalist veröffentlichte Andrea Arcais ein Buch und diverse Artikel und Aufsätze zum Beispiel mit dem Themenschwerpunkt: "Intergration von Menschen mit Behinderung in den Ersten Arbeitsmarkt".[4][5][6][7]

1992 gehörte er mit anderen Gleichgesinnten zu den Gründungsmitgliedern von Slow Food Deutschland e.V. Von 1996 bis 2000 war er deren stellvertetender Vorsitzender und anschließend deren Geschäftsführer von 2000 bis 2002. Im Zuge seines Engagements für Slow-Food veröffentlichte er im Jahresband "Kritischer Agrarbericht", der als Gegenentwurf zu den Regierungs-Agrarberichten jeweils Anfang des Jahres erscheint, 2003 den Text "Essen was man retten will. Die Slow Food-Arche des Geschmacks"[8]

Von 2002 bis 2005 erweiterte er sein Tätigkeitsspektrum als Marketingleiter und Pressesprecher beim Unternehmen Manufactum in Waltrop.

Seit 2006 ist er Presse- und Öffentlichkeitsreferent des Bundestagsabgeordneten Christoph Strässer, Sprecher für Menschenrechte und humanitäre Hilfe der SPD-Bundestagsfraktion im Deutschen Bundestag.

Politisches Wirken

1976 trat Arcais den Deutschen Jungdemokraten bei und war von 1980 bis 1982 Mitglied der FDP. Im Zuge der Aufkündigung der sozialliberalen Koalition durch Hans-Dietrich Genscher trat er 1982 aus der FDP aus.

Sein politisches Wirken konzentrierte sich seit dem Austritt aus der FDP auf die Themen Friedenspolitik, Entwicklungspolitik und internationale Solidarität.

Von 1986 bis 1988 engagierte sich Andrea Arcais politisch als Mitglied des Bundesvorstandes der Anti-Apartheid-Bewegung Deutschland. Gewerkschaftlich war er während seiner Ausbildung und einige Zeit danach in der Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen (HBV - heute VERDI) aktiv.

2004 trat er der SPD bei. Zunächst war er im Stadtverband Hattingen an der Ruhr, seit 2005 in der SPD Münster politisch tätig. Sein Einsatz liegt hierbei schwerpunktmäßig in der Europapolitik. Seit 2005 ist er im Arbeitskreis Europa der SPD Münster aktiv und gemeinsam mit Nikolaus Bley ist er seit 2007 Leiter der INITIATIVE EUROPA SOZIAL&DEMOKRATISCH (die aus dem AK-Europa hervorging).[9] Für die Stadt Münster sitzt er als Vertreter der SPD-Ratsfraktion seit 2010 im Euregiorat.[10]

Pressesprecher des Unterbezirksvorstandes (UBV) der SPD Münster ist er auf ehrenamtlicher Basis 2006 geworden.[11] Kooptiertes Mitglied und dann zum Beisitzer im UBV der SPD Münster ist er ebenfalls seit 2006.

2011 übernahm Andrea Arcais, gemeinsam mit Wolfram Kuschke (Staatsminister a. D.) und Birgit Sippel (MdEP) die Leitung des AK Europa auf Landesebene der SPD in Nordrhein Westfalen. Im selben Jahr begann seine Mitarbeit in der europapolitischen Kommission des Parteivorstandes auf Bundesebene. Dort vertritt er den Landesverband NRW der SPD.

Mitgliedschaften

Arcais ist Mitglied der SPD, AWO, IG BCE, Förderverein Willy-Brandt-Zentrum Jerusalem, Europa-Union Deutschland.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Andrea Arcais wird zum Kandidaten der münsterischen SPD gekürt. Westfälische Nachrichten online. vom 9. Januar 2013.
  2. Arcais ist SPD-Spitzenkandidat für das Münsterland. Westfälische Nachrichten online vom 9. Februar 2013
  3. SPD attackiert neue AfD: „Rechtspopulisten eine Gefahr“. Westfälische Nachrichten online vom 11. Oktober 2013
  4. Das Politische im Aesthetischen. Fachportal Pädagogik abgerufen am 30.10.2013.
  5. Das Hagener Unternehmen Schrimpf & Schöneberg integriert Mitarbeiter mit Behinderung und sichert damit Arbeitsplätze.. Onlineinformation der Landesberatungsgesellschaft abgerufen am 30.10.2013.
  6. Eine Bilanz, die sich sehen lassen kann.. Evangelische Stiftung Ephata abgerufen am 30.10.2013.
  7. Ein systematischer Ansatz zur Verbindung von Lernen und Arbeiten. Onlineinformation der Landesberatungsgesellschaft abgerufen am 30.10.2013.
  8. Essen was man retten will. Die Slow Food-Arche des Geschmacks“. Projektbüro make sense, abgerufen am 30.10.2013
  9. [1]
  10. EUREGIORAT
  11. [SPD Münster]