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Animal Equality (im Spanischen Igualdad Animal) ist eine international tätige und als gemeinnützig anerkannte Organisation, „die es sich zum Ziel gesetzt hat, gleiche Berücksichtigung der Interessen menschlicher und nichtmenschlicher Tiere zu erreichen“.[1]

Geschichte

Animal Equality wurde 2006 unter dem Namen Igualdad Animal in Madrid gegründet. Heute ist die Organisation neben Spanien in sechs weiteren Ländern aktiv: Großbritannien, Indien, Italien, Deutschland, Mexiko und Venezuela.[2] Als gemeinnütziger Verein finanziert sich Animal Equality über Mitgliedsbeiträge, Spenden und Benefizveranstaltungen.[3] Der Name „Animal Equality“ verweist auf die Ablehnung jeglicher Form der Diskriminierung von empfindungsfähigen Lebewesen aufgrund ihrer Spezieszugehörigkeit. Deshalb hat sich die Organisation der „Verteidigung aller Tiere“ – so der Leitspruch – verschrieben.

Animal Equality Germany

Seit 2012 ist Animal Equality auch in Deutschland vertreten. Der Sitz ist in Stuttgart, doch die Organisation führt deutschlandweit Informationsstände und Aktionen in verschiedenen Städten durch.

Grundsätze

Animal Equality vertritt eine antispeziesistische Position. Tiere nehmen bewusst wahr, was um sie herum geschieht und diese Erlebnisse haben Einfluss auf sie. Das Leben empfindungsfähiger Tiere hat einen Wert für sich – Tiere sind weder minderwertige Lebewesen noch Ressourcen oder Werkzeuge für Menschen. Nichtmenschliche Tiere sind genau wie Menschen empfindungsfähige Individuen: genau wie Menschen erfahren sie Angst, Freude, Langeweile, Schmerz oder Todesangst. Die Diskriminierung nichtmenschlicher Tiere oder der Gedanke, sie seien weniger wert, nur weil sie einer anderen Spezies angehören, wird als Speziesismus bezeichnet und ist genauso ungerechtfertigt wie Rassismus und Sexismus.[4]

Ziele

Animal Equality fordert die Berücksichtigung der Interessen von Tieren und die Anerkennung ihnen inhärenter Rechte. Die Organisation wirbt offen für eine vegane Lebensweise.

„Animal Equality ist eine internationale, gemeinnützige Organisation, die durch Recherchen und Kampagnen Bewusstsein für das Leiden der Tiere in unserer Gesellschaft schafft und sich für eine Welt einsetzt, in der die Bedürfnisse aller Tiere Berücksichtigung erfahren.“

Animal Equality ist damit eine der größten, internationalen Organisationen, die sich aus rein ethischen Gründen für Tiere einsetzt.

Aktivitäten

Durch verschiedene Aktionen, die der Öffentlichkeit das Leben und die Gefühlswelt der Tiere nahe bringen, aber auch die meist grausame Realität von Tieren in der heutigen Gesellschaft vor Augen führen, fordert Animal Equality, den gängigen Umgang mit Tieren in unserer Gesellschaft in Frage zu stellen.

Recherchen

Hauptschwerpunkt der Arbeit von Animal Equality ist es, Recherchen durchzuführen.[5] Das Team von Animal Equality hat bahnbrechende Recherchen in Spanien, Großbritannien, Polen, Italien, Mexiko, Marokko, Frankreich, China und Deutschland durchgeführt, die national als auch international in der Presse auf großes Interesse gestoßen sind. Animal Equality baut auf ein professionelles Rechercheteam, das aus hochqualifizierten und erfahrenen AktivistInnen besteht. Zur Veröffentlichung wird ausschließlich eigenes Recherchematerial verwendet, das die verborgene Realität in Farmen, Schlachthäusern, Zirkussen, Zoos, Laboren und weiteren Orten, an denen Tiere ausgebeutet werden, zeigt.

Ziel dabei ist es, die Wahrheit der Tierausbeutungsindustrie aufzudecken und das aufzuzeigen, was der Öffentlichkeit normalerweise verborgen bleibt.

Demonstrationen und Tierkörperaktionen

Datei:Tierkörperaktion in Regensburg.png

Andere Formen von Aktivismus sind Demonstrationen, Veranstaltungen zur Aufklärung über Tierrechte und Veganismus, wie etwa Vorträge und Workshops, Petitionen im Rahmen von Kampagnen und andere öffentlichkeitswirksame Aktionen. Animal Equality prägte eine neue Aktionsform, die sogennante Tierkörperaktion. Diese wird etwa einmal jährlich in verschiedenen Ländern von Animal Equality durchgeführt. Während der Aktion halten Aktivisten der Organisation die Körper toter Tiere, die in der Nutztierhaltung zu Tode gekommen sind auf einem öffentlichen Platz vor sich.[6] Sie wollen aufzeigen, dass diese Tiere Individuen und keine Produkte sind. Die letzte Tierkörperaktion in Deutschland fand 2012 in Regensburg statt.[7]

Offene Tierbefreiungen

Datei:Offene Tierbefreiung.png

Große internationale Bekanntschaft erlangte Animal Equality auch für ihre offenen Tierbefreiungen.[8] Eine Offene Befreiung beinhaltet, in einen Betrieb hineinzugehen, in dem Tiere ausgebeutet und gefangen gehalten werden, um einige von ihnen zu befreien. Diese Tiere werden dann auf Lebenshöfen ein glückliches und langes Leben führen, ohne jemals wieder ausgebeutet oder gequält zu werden. Gleichzeitig wird die Aktion dokumentiert, gefilmt und fotografiert. Die Wahrheit über die Tierhaltung wird aufgedeckt und gezeigt, welche Qualen die Tiere in der Nutztierhaltung erleiden müssen.[9]

Die Befreiung wird "Offene Befreiung" genannt, da die AktivistInnen Ihre Identität preisgeben und vor der Kamera ihre Gesichter zeigen. Sie nehmen mögliche legale Konsequenzen in Kauf, da sie ihre Aktion als legitim ansehen. Diese Aktion ist somit eine Aktion zivilen Ungehorsams.

Aufklärung in den Medien

Animal Equality verbreitet das bei Recherchen dokumentierte Tierleid und Aktuelles über Aktionen und Vorträge über soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter, Vimeo, flickr und Google+.[10] Auch in Printmedien ist Animal Equality regelmäßig mit Berichterstattungen über Hintergründe der durchgeführten Aktionen präsent.

Erfolge

Das in den letzten Jahren steigende Medieninteresse an der Arbeit von Animal Equality ist Hinweis auf ein sich veränderndes öffentliches Bewusstsein um die Situation anderer Tiere in unserer Gesellschaft. Immer wieder ist Animal Equality in auflagenstarken Printmedien und Fernsehmedien präsent.[11]

Im Mai 2010 erschien eine ausführliche Recherche über die Schweinemast in Spanien. Über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren waren dafür 172 Betriebe in ganz Spanien untersucht. Diese Recherche stellte die zu diesem Zeitpunkt größte Untersuchung über die Ausbeutung von Tieren in Spanien dar und fand ein großes Medienecho in der internationalen Presse.

Im Februar 2012 veröffentlichte Animal Equality die erste Recherche in Großbritannien. Infolge der zweimonatigen Undercover-Recherche erreichte Animal Equality, dass die dokumentierten Praktiken als Tierquälerei verurteilt und zwei Arbeiter dafür zur Rechenschaft gezogen wurde. Der dokumentierte Betrieb “Harling Farm” musste aufgrund der Recherche schließen.[12] Die Recherche erhielt vor allem in der britischen Presse ein großes Medienecho mit Berichten auf BBC[13] ITV Channel[14], der Sunday Times und anderen Zeitungen.

Im Juli 2012 veröffentlichte die Organisation eine Recherche über die Stopfleberindustrie in Spanien und Frankreich, die unter anderem dazu führte, dass der Betrieb Momotegi schließen musste und das Restaurant von Andoni Luis Aduriz, der als weltbester Koch ausgezeichneter Chefkoch des Restaurants, ein Bußgeld zahlen musste.[15]

Am 17. Oktober forderten acht Abgeordnete des Europäischen Parlaments in Brüssel das europaweite Verbot von Stopfleber. Diese Initiative stützte sich auf Material der Recherchen von Animal Equality in verschiedenen Stopfleberbetrieben in Spanien und Frankreich.[16]

Weiterhin hat aufgrund der Recherche von Animal Equality die größte Supermarktkette in Italien, COOP, die 1471 Verkaufsstellen betreibt, am 31. Oktober berichtet, künftig den Verkauf von Stopfleber zu unterlassen.[17]

Weblinks

Commons-logo.svg <Lang> Commons: Animal Equality – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Vorlage:Wikinews

Einzelnachweise

  1. [1]
  2. [2]
  3. http://www.animalequality.de/werde-aktiv/spenden
  4. http://www.animalequality.de/speziesismus
  5. http://www.animalequality.de/recherchen
  6. http://www.wochenblatt.de/nachrichten/regensburg/regionales/Tierschuetzer-zeigen-drastische-Szenen-auf-dem-Regensburger-Neupfarrplatz;art1172,127792
  7. https://vimeo.com/46879837
  8. http://www.rescateabierto.org/
  9. http://www.rescateabierto.org/
  10. http://www.flickr.com/photos/animalequalityde/sets/72157632064371979/
  11. http://www.flickr.com/photos/igualdadanimal/collections/72157628651561891/
  12. http://vimeo.com/36723106
  13. http://vimeo.com/36723106
  14. http://vimeo.com/36724456
  15. http://www.animalequality.de/recherchen
  16. http://www.animalequality.de/neuigkeiten/97/animal-equality-enthuellt-erneut-grausame-zustaende-auf-stopfleberbetrieben
  17. http://www.geapress.org/allevamenti-2/la-coop-mai-piu-foie-gras/34583

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