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Asiadeutsche (Asiatodeutsche oder Asiatische Deutsche) sind Ausländer oder deutsche Bürger asiatischer Herkunft, die in Deutschland leben.

Sie sind in geringem Maße seit dem 19. Jahrhundert im Land präsent und stammen vorwiegend aus Ländern wie Vietnam, China, Thailand, Indien, Afghanistan, Kasachstan, Sri Lanka, Südkorea, Japan oder den Philippinen. Obwohl Deutschlands offizielle Volkszählungsstatistiken keine spezifischen Daten über Etnizität oder Rasse aufführen, wird die Zahl der Personen mit asiatischem "Migrationshintergrund" in statistischen Berichten aufgelistet. Im Jahre 2011 gab es insgesamt etwa 1.890.000 Personen (2,0 % der Bevölkerung) in Deutschland, die von Einwohnern Südostasiens, Ostasiens, Zentralasiens oder Südasiens abstammen. Diese Angaben umfassen nicht Westasiaten wie Araber, Iraner, Israelis und Türken, allerdings umfassen sie bestimmte Gruppen wie Afghanen oder ethnische Russen aus zentralasiatischen Ländern, die der Kultur nach nicht spezifisch "asiatisch" sind.[1][2]

Asiadeutsche leben vor allem in Berlin, Hamburg, Frankfurt am Main, Düsseldorf, München, dem Ruhrgebiet, Köln, Leipzig und Dresden und beherrschen neben ihrer asiatischen Muttersprache zumeist sehr gut Deutsch. Religiös sind sie überwiegend dem Buddhismus, dem Hinduismus, dem Sikhismus, dem Atheismus oder dem Islam zuzuordnen, aber auch dem Christentum.

Geschichte

Vor dem Zweiten Weltkrieg

Die ersten erwähnten Asiaten in Deutschland waren Chinesen. 1822 kamen zwei kantonesischsprachige Seefahrer, Feng Yaxing und Feng Yanxue nach Berlin.[3] Sie wurden als Heizer auf Dampfschiffen in Hamburg und Bremen eingestellt. Während des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts residierten zahlreiche asiatische Seeleute und Studenten im Hamburger Distrikt St. Pauli und bildeten dort eine Chinesenstadt.[4] Wegen der Naziregime-Herrschaft musste der größte Teil der asiatischen Bevölkerung in den 1930er Jahren Deutschland verlassen, um der Diskriminierung zu entgehen.

Gegenwart

In Westdeutschland kamen viele Vietnamesen in den 1960er und 1970er Jahren als Flüchtlinge des Vietnamkrieges an. Die vergleichsweise größere vietnamesische Gemeinde Ostdeutschlands geht auf die Beistandsabkommen zwischen der Deutschen Demokratischen Republik und der nordvietnamesischen Regierung zurück. Im Zuge dieser Vereinbarungen gelangten Gastarbeiter nach Ostdeutschland, wo sie bald die größte Einwanderergruppe ausmachten und in den Genuss einer technischen Ausbildung kamen. Nach dem Fall der Berliner Mauer verblieben viele in Deutschland. Seit den frühen 1990er Jahren gab es einen Zustrom an Thailändern, Südkoreanern, Indonesiern und Filipinos, die nach Deutschland als Krankenschwestern, au pairs oder als Angestellte kamen. Zusätzlich steigt die illegale Einwanderung aus Vietnam via Osteuropa in die neuen Bundesländer signifigant an.[5] Weiterhin gibt es weitaus mehr thailändische und philippinische Frauen als Männer in Deutschland, während das Gegenteil auf Chinesen und Inder zutrifft. Die vietnamesische Gemeinde, die heute die größte Gruppe der Asiadeutschen bildet, hat eine ausgeglichenere Männer-Frauen-Ratio.

Demografische Verteilung

Gemäß dem offiziellen deutschen "Mikrozensus 2011" gab es über 1,8 Millionen Personen mit einem asiatischen Migrationshintergund, die in Duetschland lebten. Von diesen waren über 600.000 südostasiatischer Herkunft (vor allem aus Vietnam und Thailand).[6]

Die Verteilung nach Bundesland ist wie folgt:

Land Zahl der Asiaten Anteil an der Bev.
Nordrhein-Westfalen
457.000
<center>2,5 %
Baden-Württemberg <center>273.000 <center>2.5 %
Bayern <center>253.000 <center>2,0 %
Hessen <center>200.000 <center>3,2 %
Berlin <center>150.000 <center>4,0 %
Niedersachsen <center>209.000 <center>2,5 %
Rheinland-Pfalz <center>105.000 <center>2,5 %
Hamburg <center>80.000 <center>4,5 %
Schleswig-Holstein <center>51.000 <center>1,5 %
Bremen <center>20.000 <center>3,0 %
Neue Länder (ehemaliges Ostdeutschland) <center>117.000 <center>1,0 %
Saarland <center>15.000 <center>1,5 %

Siehe auch

Bibliografie

  • Erich Gütinger: Die Geschichte Der Chinesen in Deutschland: Ein Überblick über die ersten 100 Jahre ab 1822. Waxmann Verlag, 2004, ISBN 978-3-8309-1457-0.
  • Felicitas Hillmann: Riders on the storm: Vietnamese in Germany's two migration systems, ISBN 978-0-415-36502-4, S. 80–100.

Einzelnachweise

  1. http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/61646/migrationshintergrund-i
  2. https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/Bevoelkerung/MigrationIntegration/Migrationshintergrund2010220107004.pdf?__blob=publicationFile
  3. Vorlage:Harvnb
  4. http://www.akens.org/akens/texte/diverses/amenda_chinesen.html
  5. http://www.welt.de/regionales/berlin/article1540439/Illegale-Einwanderung-steigt-deutlich-an.html
  6. https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/Bevoelkerung/MigrationIntegration/Migrationshintergrund2010220117004.pdf?__blob=publicationFile

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