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Bbg Berliner Baugenossenschaft

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Die bbg BERLINER BAUGENOSSENSCHAFT eG ist eine Berliner Wohnungsbaugenossenschaft.

Mit einem Bestand von 6.778 Wohnungen verteilt auf 83 Wohnanlagen gehört sie zu den größten der rund 80 Baugenossenschaften in Berlin. Der Bestand verteilt sich auf neun Berliner Ortsteile und wird durch fünf Servicebüros verwaltet. Die bbg hat 8.610 Mitglieder (Stand 30. September 2012).

Geschichte

Die bbg BERLINER BAUGENOSSENSCHAFT eG wurde am 16. Mai 1886 mit 28 Genossenschaftsmitgliedern gegründet und ist damit die älteste Wohnungsbaugenossenschaft in Berlin. Im Herbst 1886 wurde das erste Zweifamilienhaus in Adlershof fertiggestellt, die Mitgliederzahl war auf 58 gestiegen. 1887 wurde das zweite Haus fertiggestellt, 1888 weitere sechs und 1889 achtzehn. Am 1. Januar 1890 zählte sie 652 Genossenschaftsmitglieder. 1906 entstand das erste Miethaus, das ‘Karl- Schrader- Haus‘, an der Malplaquet-/ Ecke Liebenwalder Straße im Wedding. Zum Zeitpunkt des Einzuges hatte es 192 Wohnungen; auf vierzehn Aufgängen verteilt mit je vier Etagen befanden sich insgesamt 166 Wohnungen mit ein bis drei Zimmern. Einige Wohnungen verfügten über ein Bad. Zusätzlich gab es eine Badeanstalt für die Bewohner im Hof der Wohnanlage.

Mit Ende des Ersten Weltkrieges und Einführung der Rentenmark im Jahr 1924 herrschte in Berlin große Wohnungsnot. Wie andere gemeinnützigen Unternehmen, war die bbg in den 1920er Jahren gezwungen, sich vom Eigenheim- auf den Miethausbau umzustellen. In fünf Jahren schuf die bbg ein Bauprogramm und errichtete neue Wohnanlagen in Köpenick, Reinickendorf, Lichtenberg, Steglitz, Weißensee und Neukölln. Somit entstanden auch in Uhlenhorst und in Kaulsdorf die ersten 56 Mietwohnungen. Bis zum 40. Jubiläum im Mai 1926 wurden in Köpenick weitere 12 Wohnungen fertig, 116 Wohnungen waren in Reinickendorf und Lichtenberg im Bau und 173 Wohnungen befanden sich in Steglitz in Vorbereitung. So verfügte die bbg BERLINER BAUGENOSSENSCHAFT eG Ende 1926 über 324 Mietwohnungen. Ende 1929 war diese Zahl auf 1.120 gestiegen. 1930 wurden in Pankow 324 Wohnungen fertiggestellt. Somit verwaltete die bbg rund 1.500 Wohneinheiten im Mietwohnungsbau in ganz Berlin. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Wohnungsbestand der bbg in arge Mitleidenschaft gezogen. Von den 1.731 Wohnungen blieb nur jede fünfte unbeschädigt, 362 Wohnungen waren total zerstört und rund 1.000 weitere mehr oder weniger stark beschädigt.

Margareta Spettmann kümmerte sich nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges vom Neuköllner Ilsenhof aus um die Belange der bbg. 1946 bestellten die Genossenschaftsmitglieder Margareta Spettmann zum ordentlichen Vorstandsmitglied. Ihr gelang es bis 1947, zwei Drittel der beschädigten Wohnungen wieder bewohnbar zu machen. Im Jahre 1958 wurde in Charlottenburg mit dem Bau von 168 Wohnungen begonnen, 1959/60 kamen 162 Wohnungen im Bezirk Wedding und 1961 noch einmal 165 in Tempelhof hinzu. So entstanden fast 500 Wohnungen in den fünfziger Jahren, ausgestattet mit Zentralheizung, zum Teil innenliegenden Bädern und Aufzug. Insgesamt verfügte die bbg damit wieder über 1.659 Wohnungen.

Mit der Spaltung der Stadt wurde der Genossenschaft die Verfügungsgewalt über 613 im Ostsektor der Stadt gelegenen Wohnungen entzogen. 1967 erwarb die bbg 13 Grundstücke an der Kürfürsten-, Machon-, König- und Kochstraße als Sanierungsträger. Anfang der 70er Jahre entstand als größtes Nachkriegsobjekt die Wohnanlage im Ortolanweg mit insgesamt 565 Wohnungen und zwei Gemeinschaftseinrichtungen. Sie wurde im Dezember 1975 fertiggestellt.

1986 wurde im sozialen und steuerbegünstigten Wohnungsneubau erstmals ein genossenschaftliches Selbsthilfemodell initiiert, bei dem durch manuelle (der sogenannten Muskelhypothek) oder finanzielle Eigenleistungen der Mitglieder nicht nur die Baukosten gesenkt, sondern gleichzeitig auch die Mietbelastung reduziert werden konnte. Die Wohnanlage am Ortolanweg in Berlin - Buckow wurde in dieser Form 1988 mit 93 Wohnungen errichtet.

Die deutsche Wiedervereinigung brachte für die bbg das Zusammenwachsen ihres ehemals geteilten Wohnungsbestandes in Ost und West. Während dieser Prozess in Weißensee, Köpenick und Lichtenberg relativ konfliktlos verlief, entstanden größere Schwierigkeiten in Pankow und Hellersdorf, wo Wohnungen teilweise noch in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre enteignet wurden. Danach versuchte die bbg, ihren Bestand im Ostteil der Stadt auf Schwerpunktbereiche zu konzentrieren. Dabei kam es 1993 zum Tausch von Bestandsliegenschaften mit dem Beamten- Wohnungs-Verein zu Köpenick eG - 32 Wohnungen der Siegfried-Straße wurden in die Lichtenberger Siedlung integriert und im Gegenzug 34 Wohnungen in Uhlenhorst abgegeben.

Datei:Wedding Malplaquetstraße Karl-Schrader-Haus-002.jpg

Die bbg hat heute etwa 8.800 Mitglieder und 6.778 eigene Wohnungen. Neben den Hauswarten als Ansprechpartner bestehen fünf Servicebüros, zudem stehen den Mitgliedern 13 Gästewohnungen sowie 9 Gemeinschaftseinrichtungen zur Verfügung.

Auf dem Berliner Mietwohnungsmarkt nehmen die Genossenschaft eine wichtige Stellung ein. Sie wirken mit ihrer Preispolitik mietpreisdämpfend und engagieren sich stark im Kiez zur Stabilisierung von bestehenden Quartiersstrukturen.

Die bbg ist stolz darauf, dass sie ihren Mitgliedern mehr als nur Wohnen bietet. Dazu gehören eine Vielzahl an Gemeinschaftseinrichtungen als auch Sonderleistungen im Rahmen des genossenschaftlichen Lebens. Zudem werden keine Wohnanlagen verkauft oder in Eigentumswohnungen umgewandelt. Jedes Mitglied genießt das Recht auf lebenslanges Wohnen - Kündigungen wegen Eigenbedarf sind nicht möglich.

Karl-Schrader-Haus

Einer der „Gründungsväter“ der bbg war Karl Schrader (4. April 1834 - 4. Mai 1913). Nach ihm wurde auch das erste Miethaus, Baujahr 1906, im Wedding, Liebenwalder Straße Ecke Malplaquetstraße benannt. Das Karl-Schrader-Haus präsentiert sich heute als Treffpunkt eines “Anders Wohnens und Lebens“ im Wedding. Die Wohnanlage umfasst 166 Wohnungen und 3 Gewerbeeinheiten sowie ein Verwalterbüro und ein Gemeinschaftsraum. Die Wohnanlage steht unter Denkmalschutz.

Ilsenhof

Datei:Gedenktafel Ilsenhof 1 (Neuk) Ilsenhof Ansicht.JPG

Der 1928-29 erbaute Ilsenhof zählt zu den bedeutenden Beispielen des Reformwohnungsbaus in Berlin. Er umfasst 182 Wohnungen, die von der Jonasstr. 49-52 im Norden, der Schierker Straße 12-16 im Süden sowie vom namensgebenden Ilsenhof 1-10 zugänglich sind. Der Ilsenhof enthält eine Bandbreite von 1 - bis 3,5 Zimmern, wobei der Schwerpunkt auf den mittleren Größen mit durchschnittlich 70 m² liegt. Die Anfangsausstattung enthielt Kachelöfen, Doppelfenster, Kochstellen und innen liegende Bäder. Die Wohnanlage wurde zwischenzeitlich unter Denkmalschutz gestellt.

Ortolan-Schnecke

Das Grundstück hatte als Erblast einen Bunker und bedeutete daher keine leichte Entwurfsaufgabe für den Architekten, der diese darauf in komplexer Form eine sich darüber schneckenartig hoch treppende Wohnbebauung entwarf. Es entstand ein Mietshaus in Form einer Schnecke. Die weitere Realisierung der Schnecke ist in standardmäßigen Grundrissen angedacht, der eigentliche Ausbau jedoch den zukünftigen Nutzern überlassen und in genossenschaftlicher Selbsthilfe erbracht worden.

Organe

Die bbg BERLINER BAUGENOSSENSCHAFT eG verfügt über 8.303 Mitglieder (Stand: 30. September 2011) Die Mitglieder wählen eine Vertreterversammlung, welche aus mindestens 50 Vertretern besteht. Diese wählen den Aufsichtsrat –welcher sich aus mindestens 3 und höchstens 9 ehrenamtlichen Genossenschaftsmitgliedern zusammensetzt, die den Vorstand fördern, beraten und überwachen. Aufsichtsratsvorsitzender ist Reinhard Kretschmer. Die beiden Vorstandsmitglieder Jörg Wollenberg und Thomas Frohne führen seit 2006 die Geschäfte der bbg.

Struktur

Verwaltungsmäßig ist der Wohnungsbestand entsprechend der unterschiedlichen Lagen in Berlin in fünf Bereiche mit jeweils einem eigenen Servicebüro unterteilt worden. Die bbg beschäftigt 123 Mitarbeiter in Voll- und Teilzeit.

Weblinks

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