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Beatrix Amelie Ehrengard Eilika von Storch (geborene Herzogin von Oldenburg;[1] * 27. Mai 1971 in Lübeck), ist eine deutsche Rechtsanwältin, Bloggerin und Politikerin (AfD). Sie gilt als Kopf eines konservativen Netzwerkes in Berlin.

Leben

Beatrix von Storch ist eine Enkelin des Reichsministers der Finanzen Johann Ludwig Graf Schwerin von Krosigk. Sie wurde 1971 als Tochter eines Bauingenieurs geboren. Seit Oktober 2010 ist sie mit dem deutsch-chilenischen Kaufmann und Herausgeber Sven von Storch verheiratet, den sie öffenlichkeitswirksam auf dem Eutiner Schloss ehelichte.[2]

Sie durchlief zunächst eine Ausbildung zur Bankkauffrau bei der Vereins- und Westbank in Hamburg. Danach studierte sie Rechtswissenschaften an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und der Universität Lausanne. 1996 mitbegründete sie den Verein Göttinger Kreis, der sich für die Wiedergutmachung der durch die Bodenreform in Deutschland dem Adel enteigneten Besitztümer stark macht. Nach dem ersten juristischen Staatsexamen absolvierte sie ihr Referendariat am Brandenburgischen Oberlandesgericht in Brandenburg an der Havel. Seit 1998 lebt sie in Berlin. Nach dem zweiten Staatsexamen 2001 in Potsdam wurde sie als Rechtsanwältin zugelassen, mit Spezialisierung in Insolvenzrecht.

Sie ist Mitglied im Redaktionsbeirat der Internet- und Blogzeitung FreieWelt.net.[3] Sie ist für eben diesen und die Zeitschrift eigentümlich frei als Autorin tätig. Außerdem gehört sie der Redaktion von AbgeordnetenCheck.de an. Sie ist Gründerin und Sprecherin der Zivilen Koalition e. V., Vorsitzende des BürgerKonvents und des Instituts für strategische Studien in Berlin sowie zweite Vorsitzende der Allianz für den Rechtsstaat. Sie ist Mitglied der Friedrich A. von Hayek-Gesellschaft.

Im September 2011 nahm sie mit Hans-Olaf Henkel, Karl Albrecht Schachtschneider, Frank Schäffler und Marie-Christine Ostermann an einer Podiumsdiskussion gegen den Euro-Rettungsschirm in Berlin teil.[4]

Von Storch ist Mitglied der Alternative für Deutschland (AfD) und kandidiert bei der Bundestagswahl 2013 als Direktkandidatin für den Bundestagswahlkreis Berlin-Mitte auf Platz 2 der Landesliste Berlin.

Positionierung

Die Verstaatlichung ehemaliger Ländereien und Schlösser in der SBZ bezeichnete sie 1995 als „unrechtmäßig entrissen“.[5] Daher öffne sie nach Einschätzung des Handelsblatts die AfD für rechtskonservative Strömungen.[5][6]

Sie war 2010/11 eine der Wortführerinnen gegen den Euro-Rettungsschirm.[7] Sie unterstützte in der Jungen Freiheit den FDP-Bundestagsabgeordneten Frank Schäffler in dessen Forderungen.[8] 2013 war sie verantwortlich für eine Sammelklage vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH).[9]

Der Cicero schrieb: „An ihren Truppen kommt heute keiner mehr vorbei, der außerhalb der Union im konservativen Lager etwas bewegen will.“[10]

Der ehemalige Manager und Unterstützer der AfD Hans-Olaf Henkel beurteilt ihre „Position, die sie in der ‚Freien Welt‘ veröffentlicht, sehr liberal zu sein.“[11]

Sie unterstützt das Betreuungsgeld, den Schulden- und Bürokratieabbau und eine radikale Steuerreform eines Friedrich Merz oder Paul Kirchhoff.[1] Außerdem ist sie gegen eine Frauenquote und Gender-Mainstreaming.[12]

Nach Meinung des Grünen-Politikers Volker Beck ist sie „Kopf einer rechtspopulistischen Allianz“, die insbesondere gegen die Gleichstellung von Homosexuellen mobil mache.[13] Beatrix von Storch schrieb einen offenen Brief an den katholischen Erzbischof Robert Zollitsch, in dem sie sich gegen die Homo-Ehe wandte.[14] Sie tritt für eine Entmachtung des EU-Parlaments ein.[15]

Publikationen

  • mit Sven von Storch: Göttinger Kreis – Studenten für den Rechtsstaat e. V. In: Bruno J. Sobotka (Hrsg.): Wiedergutmachungsverbot? Die Enteignungen in der ehemaligen SBZ zwischen 1945 und 1949. v. Hase & Koehler Verlag, Mainz 1998, ISBN 3-7758-1369-1, S. 610 ff.

Literatur

Interviews

Porträts

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Antje Sirleschtov: „Untragbare Belastungen für den Bürger“. In: Der Tagesspiegel, 7. August 2013. (Porträt)
  2. Die Herzogin heißt jetzt von Storch. In: Ostholsteiner Anzeiger, 25. Oktober 2010.
  3. Vgl. Hans-Olaf Henkel: Die Euro-Lügner. Unsinnige Rettungspakete, vertuschte Risiken – so werden wir getäuscht. Heyne, München 2013, ISBN 978-3-453-20058-6.
  4. Podiumsdiskussion: "ESM-Vertrag - Der Weg in die Schuldenunion? Abschaffung von Demokratie und Souveränität?", Zivile Koalition, abgerufen am 8. September 2013.
  5. 5,0 5,1 Dietmar Neuerer: Konservativ, liberal, rechts – wohin steuert die AfD?. In: Handelsblatt, 28. Juni 2013.
  6. Vgl. Zurückkaufen, was einem einst gehörte. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12. August 2013.
  7. Antje Sirleschtov: Ohne Griechenland zurück zur Nation. In: Der Tagesspiegel, 23. September 2011.
  8. Moritz Schwarz: „Der Widerstand gegen den Euro wächst“. In: Junge Freiheit, 9. Dezember 2011.
  9. Günther Lachmann: Deutsche Massenklage gegen EZB vor EU-Gericht. In: Die Welt, 10. Januar 2013.
  10. Constantin Magnis: Ihr Hauptberuf ist Protest (2). In: Cicero, 12. Juni 2013.
  11. Dietmar Neuerer: FDP und Grüne greifen AfD-Chef Lucke frontal an (2). In: Handelsblatt, 28. Juni 2013.
  12. Simone Schmollack: Volle Kraft zurück. In: taz, 5. September 2013.
  13. Dietmar Neuerer: FDP und Grüne greifen AfD-Chef Lucke frontal an (1). In: Handelsblatt, 28. Juni 2013.
  14. Sie missbrauchen ihr Amt, um vor uns zu warnen!, kath.net, 9. August 2013
  15. Beatrix von Storch (AfD) in Minden: Provokante Thesen und "Rolle rückwärts": Klare Euro-Gegnerin kandidiert in Berlin für die Alternative für Deutschland bei der Bundestagswahl, Mindener Tageblatt, 7. September 2013

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