FANDOM


Unter einem e-Bürgerbus wird ein elektrisch betriebener Bürgerbus verstanden, bei dem statt eines Verbrennungsmotors ein Elektromotor für den Antrieb des Fahrzeugs eingesetzt wird. Dabei handelt es sich um ein Mobilitätskonzept, das so noch nicht realisiert wurde und derzeit in Deutschland erforscht wird.

Wesen

Genau wie bei herkömmlichen Bürgerbussen werden auch e-Bürgerbusse durch Bürgerbusvereine betrieben. Die in Bürgerbusvereinen organisierten Menschen arbeiten auf Basis bürgerschaftlichen Engagements und die Leistungen des Vereins werden über Fahrgeldeinnahmen, Mitgliedsbeiträge, Spenden und teilweise kommunalen Zuschüssen sowie Werbeeinnahmen finanziert. Dabei werden durch feste Linienverlaufspläne überwiegend abseits der etablierten Routen des ÖPNV Gebiete bedient, die insbesondere mobilitätseingeschränkten Bürgern eine aktivere Teilhabe am Gemeindeleben ermöglichen (bspw. durch das Erledigen von Besorgungen). Auch werden als Fahrzeuge zukünftig Kleinbusse mit bis zu acht Fahrgastsitzen eingesetzt, um so den Erwerb eines Busführerscheins für die ehrenamtlichen Fahrer der Busse zu umgehen. Ein Personenbeförderungsschein wird ebenfalls benötigt. Darüber hinaus sollte das Fahrzeug ein maximal zulässiges Gesamtgewicht von 3,5 t nicht überschreiten, um Personen mit Führerscheinklasse B als Fahrer gewinnen zu können (ohne dass ein Zusatzerwerb eines LKW-Führerscheins der Klassen C1 oder C notwendig ist).[1]

Besonderheiten durch elektrische Antriebe

Vor dem Hintergrund nachhaltiger Mobilitätskonzepte spielen zunehmend alternative Antriebsformen im Kontext der Elektromobilität eine Rolle. Diese bedürfen allgemein einer geeigneten Infrastruktur, bspw. durch die Bereitstellung von Ladestationen (Elektrotankstellen). Neben grundsätzlichen Potenzialen und Herausforderungen im Zuge elektrischer Antriebe[2] gibt es aber auch für e-Bürgerbusse spezifische Besonderheiten.

Potenziale

Im Kontext von elektrisch betriebenen Bürgerbussen gelten Potenziale der Elektromobilität zunächst uneingeschränkt. Darüber hinaus bieten mit Elektroantrieb ausgestattete Bürgerbusse ein gutes Einsatzszenario insbesondere vor dem Hintergrund der täglichen Fahrleistung: In bisherigen Linienverlaufsplänen verkehren Bürgerbusse gewöhnlich in zwei Zeiträumen – vormittags sowie nachmittags. Auf definierten Routen mit definierten Fahrtzeiten werden Fahrtstrecken von etwa 150 Kilometer pro Tag in der Regel nicht überschritten. Dies ist eine Reichweite, die heute mit elektrisch betriebenen Fahrzeugen annähernd bzw. bereits erreicht werden kann.[3] Um solche Fahrtstrecken vor dem Hintergrund des verbindlichen Linienbetriebs des e-Bürgerbusses zu gewährleisten, kann darüber hinaus die Standzeit eines e-Bürgerbusses zwischen diesen Zeitfenstern genutzt werden, um verbrauchte Energie zu ersetzen. Ferner bieten e-Bürgerbusse die Möglichkeit Elektromobilität für Bürger in Kommunen sichtbar und erfahrbar zu machen.

Herausforderungen

Im Kontext von e-Bürgerbussen kann folgender Aspekt eine Rolle spielen: Batterien für den Elektroantrieb sind für gewöhnlich noch sehr schwer. Um bei einer praxistauglichen Reichweite unter einem gewünschten Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen zu bleiben kann es notwendig sein, auf einen oder mehrere Sitzplätze im Fahrzeug zu verzichten. Oder aber der Transport von Rollatoren und/oder Rollstühlen kann nur eingeschränkt erfolgen. Beides würde zu unerwünschten Kapazitätsverringerungen führen.

Ausblick

Seit 2013 gibt es erste Forschungs- und Förderprojekte explizit für e-Bürgerbusse[4][5] mit den Zielen der Erprobung der elektrischen Antriebe in diesem Einsatzszenario sowie der Sichtbarmachung von Elektromobilität für die breite Öffentlichkeit.[6]

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Burmeister, Jürgen: Für jede Linie der richtige Bus; ÖPNV aktuell Spezial 3/2011 (Busse), S. 7
  2. Potenziale und Probleme der Elektromobilität
  3. Bspw. mit dem Vito E-Cell von Merecedes Benz mit einer angegebenen Reichweite von 130 km oder mit dem Edison von Smith Electric Vehicles mit einer maximalen Reicheweite von 160 km
  4. Bspw. das Projekt Interkommunaler e-Bürgerbus Raum Bad Boll
  5. e-Bürgerbusprojekte des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik II der Universität Stuttgart
  6. http://www.livinglab-bwe.de/

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

Auch bei FANDOM

Zufälliges Wiki