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Das Ententeich-Problem bezeichnet die „Bedrohung von Debatte und Diskurs“ in der „Post-Truth-Ära“ im politischen Bereich. Der Begriff geht auf eine Anekdote des Schriftstellers Heinrich Mann zurück, der 1938 darüber nachdachte, ob er sich mit dem kommunistischen Funktionär Walter Ulbricht, dessen Machtgehabe im Pariser Volksfrontausschuss ihm zuwider war,[1] gegen den gemeinsamen Feind, die Nationalsozialisten verbünden sollte. Mann meinte damals, dies sei unmöglich. „Sehen Sie“, so lautete sein Bonmot, „ich kann mich nicht mit einem Mann an einen Tisch setzen, der plötzlich behauptet, der Tisch, an dem wir sitzen, sei kein Tisch, sondern ein Ententeich, und der mich zwingen will, dem zuzustimmen.“[2] Dies bedeutete, dass Heinrich Mann den KPD-Mann Ulbricht „für den Prototyp eines Ideologen“ hielt, der einen Tisch, den alle anderen für einen Tisch halten, womöglich zu einem Ententeich erklärt und dann versucht, den anderen zu zwingen, diese Weltsicht zu übernehmen.[3]

Die Mann-Anekdote geht auf den Schriftsteller und Publizisten Alfred Kantorowicz zurück, dem Heinrich Mann in einem Brief von seinem persönlichen Treffen mit Ulbricht 1937 berichtete.[4][5]

Einzelnachweise

  1. Stefan Wolle: Die heile Welt der Diktatur: Alltag und Herrschaft in der DDR 1971-1989. 2013
  2. Bernhard Pörksen: Die postfaktische Universität in ZEIT Online
  3. "Es gibt nicht mehr den einzig mächtigen Gate Keeper – Gespräch mit Bernhard Pörksen im Deutschlandfunk
  4. Horst Groschopp: Der ganze Mensch: Die DDR und der Humanismus - Ein Beitrag zur deutschen Kulturgeschichte.
  5. Kantorowicz berichtet. In Zeit Online, 12. September 1957

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