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Ernst John von Freyend (* 1909; † 1980) war ein deutscher Offizier. Er war Major im Oberkommando der Wehrmacht und Agent des Bundesnachrichtendiensts (BND).

20. Juli 1944

Ernst John von Freyend war Augenzeuge des Attentats vom 20. Juli 1944 auf Adolf Hitler.

Als persönlicher Adjutant von Wilhelm Keitel nahm er an der Morgenlage bei Adolf Hitler in der Wolfsschanze teil. Nachdem die Vorbesprechung in der Baracke von Keitel erfolgt war, wollte Claus Schenk von Stauffenberg, unter dem Vorwand, sich das Hemd wechseln zu müssen, mit seinem Adjutanten Werner von Haeften die Sprengladung scharf machen. John von Freyend wies ihn hierfür ein Zimmer an.[1] Die Begründung schien plausibel, weil Stauffenberg seit seiner Verwundung Vollinvalide war. In dem zugewiesenen Zimmer begannen die beiden Männer die Bombe scharf zu machen. Doch als es gar zu lange dauerte, stand plötzlich Oberfeldwebel Werner Vogel in der Tür und meldete, dass Keitel zu Eile mahnte, da Hitler seine Lagebesprechungen pünktlich beginnen wollte. Stauffenberg antwortete, dass er komme. Vogel berichtete später, dass die beiden Männer gebeugt über eine Aktentasche hantierten und auf dem Bett viele Papiere gelegen hätten. Da Vogel vor der offen gelassenen Tür wartete, wird angenommen, dass er damit Stauffenberg daran hinderte, das zweite Paket in die Aktentasche zu stecken. Als Stauffenberg schließlich heraustrat, drängte John von Freyend ihn zur Eile: „Stauffenberg, so kommen Sie doch“ [2] Keitel war schon vorgangen. Zusammen mit Walter Buhle geleitete er ihn in die Lagebaracke. Es ist nicht wirklich klar, ob er ihm die Tasche getragen hat und ob Stauffenberg seinen Platz anweisen konnte.

Der Sperrkreis, in dem Hitler zu dieser Zeit wohnte und seine Führerlage abhielt war mit einem Zaun abgesperrt. Der Reichssicherheitsdienst RSD und das SS-Begleitkommando standen Posten und liefen auf dem Gelände Streife. Stauffenberg und seine Begleiter passierten die Wache ohne Probleme. Schon auf dem Weg dorthin hatte sich John von Freyend angeboten, Stauffenberg die Tasche zu tragen, doch dieser hatte abgelehnt. Da der Sicherheitsbereich abgesperrt war, gab es auf dem Gelände keine Leibwächter, es fanden keine Personen oder Taschenkontrolle mehr statt. Lediglich die Mütze und die Koppel, mit oder ohne Waffe, sollte an der Gardrobe abgenommen werden. Hier bat Stauffenberg John von Freyend, er solle ihn aufgrund seiner verletzungsbedingten Schwerhörigkeit möglichst nahe beim Führer platzieren. John von Freyend konnte Stauffenberg wunschgemäß platzieren, obwohl die Besprächung schon begonnen hatte. Bei der Detonation der Bombe wurde von Freyend nur leicht verletzt.[3]

Nach 1945

John von Freyend gelang es, sich bei den Nürnberger Prozessen als Assistent und Kammerdiener von Keitel darzustellen, der nicht in militärische Entscheidungsprozesse eingebunden war. Anfang der 1950er Jahre wurde er Mitarbeiter bei der Organisation Gehlen, dem Vorläufer des Bundesnachrichtendiensts.

Auszeichnungen

Literatur

  • Henrik Eberle, Matthias Uhl: Das Buch Hitler – Geheimdossier des NKWD für J. W. Stalin. Lübbe Verlag, Bergisch Gladbach 2005
  • Uwe Neumärker: „Wolfsschanze“. Hitlers Machtzentrale im Zweiten Weltkrieg. 3. Auflage. Links, Berlin 2007, ISBN 978-3-86153-433-4

Einzelnachweise

  1. Uwe Neumärker: Wolfsschanze": Hitlers Machtzentrale im Zweiten Weltkrieg, Berlin 2007 ISBN 3-86153-433-9
  2. [1]
  3. Uwe Neumärker: „Wolfsschanze“. Hitlers Machtzentrale im Zweiten Weltkrieg. 3. Auflage. Links, Berlin 2007, ISBN 978-3-86153-433-4, S. 9

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