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Die Freie(n) Christen sind keine Kirche mit einer Organisation im herkömmlichen Sinn. Die Bezeichnung kennzeichnet vielmehr gläubige Christen, die sich mit ihrer Gemeinde keiner etablierten christlichen Glaubensgemeinschaft anschließen (siehe auch Freikirche).

Freie Christen sind weltweit verbreitet. Zahlenangaben über die Verbreitung von Freien Christen sind aber ungenau und deshalb umstritten. Sie umfassen je nach Schätzung von 900 Hundertausend bis zu 3 Millionen Menschen. So findet man bei Freien Christen auch ein breites Spektrum theologischer Bewegung teils mit liberalen und konservativen Anschauungen.

Geschichte

Wie alle evangelischen Kirchen sind auch die Freien Christen das Ergebnis der Reformationsbewegung des 16. Jahrhunderts (Martin Luther, Johannes Calvin, Ulrich Zwingli, Thomas Müntzer u.a.), die sich keiner Kirchenobrigkeit unterordneten. Sie sind in ihrer Geschichte vielen Einflüssen unterlegen, die sich historisch nicht einheitlich fassen lassen. [1]

Man kann die Freien Christen als einen Oppositionsflügel der Reformation verstehen. Viele Anhänger der Reformation waren enttäuscht, dass die Gemeinde des Neuen Testaments durch die Reformation nicht wieder hergestellt und an der engen politischen Verbindung zwischen Kirche und Staat fest gehalten wurde. [2] Die Freien Christen wollten das reformatorische „Allein Christus“ umsetzen: Sie bestritten, dass die Rettung in der Zugehörigkeit zu einer bestimmten äußeren Kirchenorganisation liege. Sie lehnten also den Zwang ab, der jeweiligen Staatskirche anzugehören, und auch den Anspruch exklusiver Sekten, dass das Heil nur bei ihnen zu finden sei.

Missionswerke

Unter den deutschsprachigen Freien Christen gibt es eine kleine Anzahl von überkonfessionell christlichen Missionswerken.

Herold Schriftenmission

Die Herold Schriftenmission mit Sitz in Leun sieht ihre Aufgabe darin durch evangeliumszentrierte Themenschwerpunkte, wie geistliche Erweckung, Heiligung und Jesu Wiederkunft die Gläubigen in ihrem Glauben zu stärken.[3]

Die Schriftenmission veröffentlich Kleinschriften (Broschüren, Traktate, Aufkleber, etc.) und eine eigene monatliche Zeitschrift betitelt "Herold Seines Kommens" in vielen Sprachen.[4]

Bibelstudien-Vereinigung

Die Bibelstudien-Vereinigung, die sich in den Gründerjahren den Freien Bibelforschern anschloss, wurde 2012/2013 als eine überkonfessionelle freichristliche Missionsgesellschaft aufgebaut und ist heute ein Missionswerk von und für Freie Christen. Das Missionswerk versteht sich als eine Plattform von freien bibeltreuen Christen, mit dem Ziel, Menschen mit dem Evangelium von Jesus Christus zu erreichen, gleichzeitig dient sie aber auch unterstützend den Freien Bibelgemeinden mit kostenloser christlicher Literatur.[5]

Arbeitsfelder

Die Ausrichtung auf Gemeindegründung stützt das Missionswerk auf den neutestamentlichen Auftrag in Mt 28,18-20 ELB. Die Bibelstudien-Vereinigung wird ausschließlich durch Spenden finanziert. Sie verfolgt unter anderem folgenden Ziele:

  • Die Verkündigung der guten Botschaft von Jesus Christus und die Unterstützung der Freien Bibelgemeinden bei deren Evangelisation.
  • Eine bibeltreue Auslegung, ohne gesetzlichen Dogmatismus.
  • Die Förderung zur Selbstständigkeit der örtlichen Gemeinden.

Veröffentlichungen

Die monatlich erscheinende Zeitschrift Die Neue Schöpfung wird seit 1940[6] vom Missionsverlag veröffentlicht. Sie erscheint in Englisch, Italienisch und Deutsch und ist das Verbindungselement der Freien Christen.

Die Themen der Zeitschrift umfasst Artikel für das Bibelstudium, christliches Leben und Bibelauslegung. Die Neue Schöpfung vertritt ein relativ geschlossenes Weltbild, das politisch neutral, zukunftsorientiert optimistisch und vor allem christlich orientiert ist.

Missionswerk Werner Heukelbach

Das Missionswerk Werner Heukelbach ist ebenfalls eine überkonfessionelle Missionsgesellschaft der Freien Christen, die ursprünglich, bedingt durch ihren Gründer und Prediger Werner Heukelbach einst zur Brüderbewegung zählte.

Organisation

Die Gemeinden der Freien Christen sind autonom und werden als Abbild der neutestamentlichen Gemeinde verstanden. In der Regel sind sie kongregationalistisch organisiert. Die Gemeindeleitung besteht meist aus ehrenamtlichen Ältesten, Diakonen, Diakoninnen und Predigern und auch Pastoren. Ehrenamtliches Engagement der Gemeindemitglieder wird gefördert.

Gottesdienst

Die Gestaltung der Gottesdienste unterliegt keiner bestimmten Liturgie, wird also von jeder Gemeinde individuell gehandhabt. Die Verkündigung des Wortes Gottes steht dabei im Vordergrund. Meistens teilt sich der Gottesdienst in einen Einleitungsteil, der von Gemeindemitgliedern gestaltet wird und einen Predigtteil mit anschließendem Brotbrechen.

Gemeindeleben

Hauskirchen und Hauskreise spielen bei den Freien Christen eine große Rolle. Dabei wird in regelmäßigen Zusammenkünften in einer kleinen, verbindlichen Gruppe gemeinsam gesungen, gebetet und die Bibel studiert. Die Ortsgemeinden sind teilweise mit der Evangelischen Allianz verbunden. Nichtchristliche Religionen werden als Irrwege angesehen, da Heil und Vergebung nur durch Jesus Christus geschehen kann.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. http://www.bibelgemeinde.at/ueber.uns.html
  2. Handbuch der christlichen Lehre, Kapitel 1: Die Entstehung der Freien Christen; Bibelstudien-Vereinigung, 2010 S. 23.
  3. Angaben zur Herold-Mission: Unser Auftrag, abgerufen am 26. August 2013
  4. Herold International
  5. Handbuch der christlichen Lehre, Kapitel 1: Die Entstehung der Freien Christen; Bibelstudien-Vereinigung, 2010; S. 25.
  6. Die Neue Schöpfung, September/Oktober 2007, S. 2.

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