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Unter Graduierung versteht man im akademischen Bereich die Verleihung eines akademischen Grades an einen Absolventen.

Graduierungen nach Regionen

Dies findet im anglo-amerikanischen Ausland und, nach dessen Vorbild, in jüngster Zeit auch an manchen deutschen Hochschulen im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung statt, bei der den frisch Graduierten die Verleihungsurkunde vor dem in Talaren gekleideten Abschlussjahrgang und der Professorenschaft ausgehändigt wird. Im Gegensatz zu den USA ist dieser Brauch in Deutschland jedoch umstritten. Talare und Doktorhüte trugen in alter Zeit nur Absolventen höherer Studien, nicht jedoch die Baccalaurei.

Ursprünglich bedeutet die Bezeichnung akademischer Grad eine Stufe innerhalb einer Hierarchie. Die traditionellen akademischen Grade des Mittelalters waren in aufsteigender Rangfolge:

In Frankreich hat sich diese Einteilung bis heute erhalten; "bachelier" entspricht dem deutschen Abiturienten, "licencié" dem Bachelor. Ursprünglich waren Magister und Doktor als Lehrer hierarchisch auf derselben Stufe und somit synonym, in Paris war der „Magister“ üblich, in Italien der „Doktor“.

In Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern spiegelt eine Graduierung auch eine Rangfolge gemäß der untenstehenden Liste wider, wobei allerdings der Professor keinen akademischen Grad, sondern eine akademische Amtsbezeichnung darstellt.

Der Einführung eines einheitlichen Diplomgrades an Universitäten und Fachhochschulen lag ursprünglich der Gedanke zugrunde, die Berufswahl im tertiären Bildungsbereich von hierarchisch gesinntem Standesdünkel zu befreien. In der Realität war der Diplomgrad der Fachhochschulen dem universitären Diplomgrad aber nie rechtlich gleichgestellt, auch wenn nach einigen Jahren Berufserfahrung in weiten Bereichen der betrieblichen Praxis keine Ungleichbehandlung mehr festzustellen ist.

Während akademische Grade ausschließlich durch Hochschulen verliehen werden, vergeben Berufsakademien sogenannte staatliche Abschlussbezeichnungen, wie z. B. das „Diplom (BA)“. Die akademische Graduierung, so als „Ing. (grad.)“ („graduierter Ingenieur“), wurde von den Fachhochschulen bis zur Umstellung auf die akademische Diplom-Bezeichnung verliehen. Den Absolventen der Vorgängereinrichtungen (Höheren Fachschulen, Ingenieurakademien, Ingenieurschulen) wurde dieser Titel als „staatliche Bezeichnung“ verliehen bzw. sie wurden damit nachgraduiert. Der spätere akademische Grad für Fachhochschulabsolventen lautete wie für Universitätsabsolventen: "Diplom-Ingenieur", abgekürzt: „Dipl.-Ing.“, aber wurde später (seit 1987 bundesweit) durch einen Titel mit Hochschulangabe, z.B.: „Dipl.-Ing. (FH)“, ersetzt. Vormalige Absolventen konnten sich nachdiplomieren lassen.

Siehe auch

Literatur

  • Kertz-Welzel, Alexandra. Motivation zur Weiterbildung: Master- und Bachelor-Abschlüsse in den USA. Diskussion Musikpädagogik 29 (2006), S. 33-35.

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