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Die Warenbörse greenmarket („the fast carbon exchange“) war ein öffentlich-rechtlicher Marktplatz für den Emissionshandel, ansässig in München. Gegründet wurde greenmarket im September 2009 unter dem Dach der Bayerischen Börse AG, welche zugleich privatrechtliche Trägerin ist. Beaufsichtigt durch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie (Börsenaufsichtsbehörde) sowie der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) konnten über greenmarket Emissionsberechtigungen (CO2-Zertifikate) – European Union Allowances (EUAs) und Certified Emission Reductions (CERs) – in real-time gehandelt werden. Das Clearing und Settlement übernahm das Clearinghaus SIX x-clear der schweizerischen Börse SIX Swiss Exchange.

Handelsmodell

Der Handel bei greenmarket wurde in Echtzeit bei integriertem Clearing und Settlement ausgeführt. Nach Anbindung der Mitglieder (sog. Non Clearing Member, NCM) an greenmarket und eine Abwicklungsbank (dem sog. General Clearing Member, GCM) konnten über das Handelssystem Trayport Orders ausgeführt werden. Das Matching und der gesamte Abwicklungsprozess fanden vollautomatisch statt. Analog zur Wertpapierbörse war das Referenzmarktprinzip im Regelwerk fixiert (§4 Ausführungsbestimmungen), wodurch die Spreads auf greenmarket enger waren als auf dem Referenzmarkt.

Settlement in Echtzeit

Mit der Abwicklung in Echtzeit über die SIX x-clear konnte der Händler sofort wieder über Geld bzw. Stücke verfügen. Dadurch erhöhten sich Kapital-Effizienz und Liquidität.

Handelsüberwachung

Die marktgerechte Ausführung aller Orders auf greenmarket wird durch die Handelsüberwachungsstelle(HÜSt) garantiert. Als unabhängiges Organ der Bayerischen Börse AG erfasst sie alle Daten über den Börsenhandel und wertet diese systematisch aus, um sichere und transparente Geschäftsabläufe zu gewährleisten.

Marktsteuerung

Aufgabe der Marktsteuerung war es, alle Geschäftsabläufe von greenmarket zu steuern und zu kontrollieren. Hier wurden die Kursfeststellungen, Zeitlimits zur Orderausführung, die Spreads, sowie Preis- und Liquiditätsgarantien überprüft.

Sicherheits Prüfprozess

Um die Marktteilnehmer zu schützen und gestohlenen CO2-Emissionsberechtigungen vom geschlossenen greenmarket-Handelskreislauf auszuschließen, hatte greenmarket auf die Register-Hacking-Attacken Anfang 2011 reagiert und einen Sicherheitsprozess entwickelt.

greenmarket erstellte anhand öffentlich zugänglicher Quellen eine so genannte „blacklist“. Die „blacklist“ enthielt die als kritisch identifizierten Seriennummern von Emissionsberechtigungen. Es wurden von der SIX SIS AG (Verwahrer und Abwickler) nur Berechtigungen für den Handel akzeptiert, welche nicht durch die „blacklist“ ausgeschlossen waren. Kritische Emissionsberechtigungen wurden durch die SIX SIS AG umgehend an die liefernde Partei retourniert.

Kunden im Emissionshandel

Durch die gesetzliche Einführung des EU-Emissionshandels im Jahr 2005 auf Basis des Kyoto-Protokolls sind besonders CO2-intensive Industrien dazu verpflichtet, Emissionsberechtigungen zu erwerben. Mit einem Anteil von etwa 68 Prozent sind Energieerzeuger die größten Marktteilnehmer. Seit 1. Januar 2012 unterliegen auch Luftfahrtunternehmen dem Emissionshandel. Jeder Flug, der in einem der Teilnehmerländer startet oder landet, muss freigestellt werden. Allerdings erhalten Airlines im ersten Jahr 2012 eine kostenlose Zuteilung von 85 Prozent.

Weblinks

Einzelnachweise

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