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Als Greenways (Grüne Radroute) werden international Freizeitwege und Radwege bezeichnet, die besonderen Qualitätsansprüchen gerecht werden. In Frankreich ist die Bezeichnung "Voies Vertes"(Grüne Wege)[1] in Karteneinträgen oder bei der amtlichen Radwege-Beschilderung bereits üblich. In Spanien ist die Bezeichnung Vías Verdes gängig.

In Nordrhein-Westfalen etabliert sich aktuell die Bezeichnung Alleen-Radwege (z. B. von Seiten des Verkehrsministeriums): Ebenso wie im Hinblick auf Greenways soll der corridorartige Charakter dieser Wege betont werden. Der Bezeichnung dieser Radwege kommt eine enorme Bedeutung zu, und zwar nicht in semantisch-lexikalischem Sinne, sondern damit diese von Nutzern gefunden werden können (etwa in Webauftritten, Radtourenplanern oder bei der Beschilderung der Radwege vor Ort.

Qualitätskriterien und Charakteristika für Greenways

Bislang existiert kein offizieller amtlicher Kriterienkatalog für Greenways. In Spanien und vor allem in Frankreich hat sich jedoch ein weitgehend verlässlicher Qualitätsmaßstab entwickelt, der der dortigen Beschilderung zugrunde liegt. Teilweise sind französische Voies Vertes zweisprachig als Voies Vertes und Greenways ausgeschildert, wie etwa die Voie Vertes des Hautes Vosges. Ein Kriterienkatalog wurde von der European Greenways Association entwickelt, der jedoch keinen rechtsverbindlichen Charakter hat, sondern als Empfehlung anzusehen ist. In der Regel zeichnen sich Greenways durch folgende Mindestanforderungen an den Freizeitweg aus:

  • Verkehr: Die Radwege sollten durchgehend autofrei sein
  • Multifunktionalität: Die Radwege sollten für verschiedene Nutzergruppen zugänglich sein, wie etwa Radfahrer, Nordic-Walker, Inline-Skater, Familien mit Kindern
  • Barrierefreiheit: Auch mit Mobilitätsbehinderungen sollte ein uneingeschränkter Zugang zum Radweg gewähleistet sein.
  • Fahrbahnbelag: Der Weg sollte gut befestigt oder asphaltiert sein. Die Asphaltierung ist kein zwingendes Qualitätskriterium und entfällt unter Belangen des Naturschutzes. Die Barrierefreiheit wird durch Asphaltierung jedoch verbessert.
  • Beschilderung: Greenways sollen übersichtlich ausgeschildert sein.
  • moderater Steigungsverlauf: Greenways sollten keine starken Gefälle oder Steigungen aufweisen, also über einen weitgehend flachen Routenverlauf verfügen.

Freizeit und Erholung als zentrale Aspekte

Neben den Mindestanforderungen an einen Greenway ist wünschenswert, dass diese Freizeitwege in besonderem Maße Erholung und Entspannung bieten. Diese sollten deshalb nicht nur als eine Verbindungsachse zwischen geografischen Orten aufgefasst werden. Wünschenswert sind Rastplätze entlang der Wege, Schutzhütten oder Zugangsmöglichkeiten zu sanitären Einrichtungen (Toiletten, Wasseranschlüsse).

Umwelt-und Landschaftsschutz

Greenways verlaufen idealer Weise auf den Trassen ehemaliger Verkehrswege, wie etwa ehemalige Bahntrassen, historische Versorgungswege entlang von Schifffahrtskanälen, ehemalige Treidlerpfade oder auf Flussdämmen und Deichen. Da die Trasse oft schon seit Jahrzehnten oder Jahrhunderten vorhanden ist, bedeutet der Radwegebau keinen weiteren Eingriff in die Landschaft und die Natur. Dem Landschaftsschutz und dem Naturschutz wird somit in besonderer Weise Rechnung getragen.

Greenways im deutschsprachigen Raum

Im deutschsprachigen Raum (insbesondere Deutschland, Österreich, Schweiz) hat sich der Begriff Greenway oder Grüne Radroute bislang kaum etabliert. Allerdings verweist hier die Bezeichnung Bahntrassen-Radweg oder RailTrail regelmäßig auf Radwege, die Greenways im engen Sinne sind. Der offizielle Radtouren-Planer des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen ermöglicht das Anzeigen von Bahntrassen-Radwegen und somit von Greenways, wenngleich die Aufstellung bislang (Stand September 2013) leider noch nicht vollständig ist. Auch in gängigen Radkarten werden Bahntrassen-Radwege zunehmend explizit als solche ausgewiesen, wie etwa in der BVA-Radkarte Ruhrgebiet-Ost. Obgleich dies das Auffinden von Greenways im deutschsprachigen Raum erheblich erleichtert, wäre eine homogene Ausweisung und Ausschilderung von qualitativ besonders herausragenden Radwegen wünschenswert, da dies einer breiten Zielgruppe Orienierung bieten könnte, welche auf solche Wege angewiesen ist, wie etwa Senioren oder Menschen mit Mobilitätsbehinderungen. Die Bezeichnung Greenway bietet sich aufgrund der internationalen Verstehbarkeit an.

Politische Dimension von Greenways und Relevanz bei Landschaftsplanung und Stadtentwicklung

Greenways kommt in besonderem Maße eine politische Dimension zu: Die konzeptuelle Idee hinter diesen qualitativ besonders anspruchsvollen Radwegen hat nicht nur Auswirkungen auf Landschaftsplanung und Stadtentwicklung, sondern auch auf die Bereiche Sport, Soziales, Erziehung und Gesundheit. Greenways werden als barrierefreie Multifunktionswege konzipiert, die zu gesundheitsbewusstem Verhalten, Toleranz und sozialem Miteinander anregen sollen. Diese werden nicht nur von Radfahrern befahren, sondern auch von Inline-Skatern, Familien mit Kindern, Nordic-Walkern und Joggern regelmäßig genützt. Menschen, die auf barrierefreien Zugang angewiesen sind, können hier Outdoor-Aktivitäten nachgehen und sogar Reisen unternehmen, was anderweitig undenkbar wäre.

Quellen, Literatur und Verweise

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Voies Vertes

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