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Die Großloge des Alten und Angenommenen Schottischen Ritus von Österreich, kurz (GLSO), geht auf ihre Mutter, die Großloge des Alten und Angenommenen Schottischen Ritus von Ungarn, zurück. Diese ist eine der ältesten Großlogen der Welt. Seit dem 16. Juni 2012 ist die GLSO anerkannt von der Großloge von Frankreich und zählt demnach zu den respektablen Freimaurer-Großlogen dieser Welt.

Geschichte der GLSO

Die Geschichte der GLSO beginnt im 17 Jahrhundert und ist sehr eng verbunden mit der Großloge von Ungarn. Durch die Verbindung von Österreich und Ungarn durch die Herrschaft des Hauses der Habsburger, ist auch die Freimaurerei in Österreich sehr eng verbunden mit Ungarn.

erste Anfänge

Ab dem Jahre 1739 wurde in Ungarn begonnen, freimaurerisch zu arbeiten, am 30. Jänner 1870 wurde die Johannis-Großloge von Ungarn gegründet, 1871 wurde der Obere Rat von Ungarn (AASR) eingesetzt. Am 9. März 1871 gründeten Wiener Freimaurer in Neudörfl die erste deutschsprachige Loge auf (damals) ungarischem Boden. Die Großloge des Alten und Angenommenen Schottischen Ritus von Ungarn ist die Mutter aller Großlogen und Ateliers im damaligen Österreich-Ungarn. Auf freimaurerischem Gebiet müsste man wohl von „Ungarn-Österreich“ sprechen, da die Freimaurerei in Österreich seit 1743 (mit kurzen Unterbrechungen) verboten war.

Da es in den anderen Kronländern der Doppelmonarchie verboten war, freimaurerisch zu arbeiten, fand dies auf dem Staatsgebiet des Königreichs Ungarn statt, da die Ungarn toleranter und weltoffener gegenüber der Freimaurerei waren.

ab 1900

Budapest hatte neben dem größten Parlamentsgebäude und der größten Synagoge auch das größte Logenhaus der damaligen Welt. Dieses Haus wurde lange vor der Monumentary Hall, dem Logenhaus der United Grand Lodge in London gebaut. 1919 wurde das Budapester Großlogengebäude durch die Räteregierung von April bis August besetzt und in der Folge enteignet.

Am 18. Mai 1919 wurde die Großloge von der Regierung aufgelöst. Die Großloge von Ungarn war gemeinsam mit der späteren Wiener Großloge die einzige der Welt, welche sowohl durch die Großloge von Frankreich als auch durch die Großloge von England anerkannt wurde. Sie verlor 1947 diese Doppelanerkennung. Somit wurden in Österreich die ersten drei Grade nicht mehr im AASR Ritual bearbeitet.

In Ungarn war die Freimaurerei bis zur Wende 1989 verboten. Die Großloge des Alten und Angenommenen Schottischen Ritus von Ungarn nahm am 27. Dezember 1989, kurz nach der Wende, ihre Arbeit wieder auf. Somit hatte der jahrzehntelange Dornröschenschlaf ein Ende.

Ihre Mutterloge war eine Exilloge, deren Brüder 1919 von Budapest nach Wien emigriert waren. Diese Freimaurerloge „Zu den Alten Pflichten“ war von der ersten Stunde an ein wesentlicher Bestandteil der wiederbelebten Großloge des Alten und Angenommenen Schottischen Ritus von Ungarn. Auch unter ihren Gründungsmitgliedern fanden sich viele Brüder der einstigen Exilloge. Nach dem Aufbau der Großloge und der Erfüllung der Voraussetzungen, die von der Grande Loge de France für die Erteilung des Patents gefordert wurden, teilte sie sich in zwei Großlogen, nämlich in die Großloge des Alten und Angenommenen Schottischen Ritus von Ungarn und die Großloge des Alten und Angenommenen Schottischen Ritus von Österreich.

Die Grundsätze der GLSO

Die GLSO arbeitet, im Gegensatz zu vielen anderen Großlogen, auch in den ersten drei Graden streng nach dem Schottischen Ritus, basierend auf die Vorgaben der Großloge von Frankreich (beurkundet durch deren Anerkennung). Hier, zusammengefasst, die Grundsätze der GLSO, die in Ihrer Gesamtheit nur durch von der GLDF anerkannten Großlogen, gewährleistet werden:

  • Der Mitglieder der GLSO sind eine Verbindung freier Männer, die ihr Brauchtum von den Baubruderschaften des Mittelalters und den Templern herleitet. Die Vorschriften, wie sie für jene Bruderschaften gültig waren, sind in verschiedenen Urkunden - die bekannteste davon sind die „Alten Pflichten der Freimaurer von 1723“ - und in den Ritualen enthalten. Sie dienen den Mitgliedern auch heute noch als Richtlinie. Die GLSO arbeitet rein maskulin.
  • Die Mitglieder der GLSO betrachten sich als Brüder, ihren Bund als einen Bruderbund. Sie wissen, dass alle Menschen, so verschieden ihre Gaben und ihre Verhältnisse auch sein mögen, als gleichberechtigte Wesen geboren sind. Sie wissen aber auch, dass diese Wahrheit im Leben der Menschen häufig verkannt wird und erachten es deshalb als ihre Pflicht, brüderliche Gesinnung unter sich und gegenüber ihren Mitmenschen zu erwecken und zu fördern.
  • Der Zweck der GLSO ist die Erziehung seiner Mitglieder zum wahren Menschentum. Die Mittel zu diesem Zweck sind: die Ausübung der überlieferten symbolischen Gebräuche; die gegenseitige Belehrung über die wichtigsten Angelegenheiten der Menschheit; die Pflege ihrer Ideale und die Anregung zu wahrer Freundschaft und Bruderliebe; die Erfüllung der sozialen Pflichten und die Pflege der Wohltätigkeit. Im Weiteren setzt sich die GLSO zum Ziel, seine Grundsätze außerhalb der Logen zu verbreiten, die Bildung und Aufklärung nach Kräften zu fördern, gemeinnützige Anstalten zu unterstützen und nötigenfalls solche zu gründen.
  • Die GLSO arbeitet zu Ehren des großen Baumeisters (Architekten) des Universums. Der Bund huldigt dem Grundsatz der Gewissens-, Glaubens- und Geistesfreiheit und verurteilt jeden Zwang, der diese Freiheit bedroht. Sie achtet jedes aufrichtige Bekenntnis und jede ehrlich Überzeugung und verurteilt jede Verfolgung Andersdenkender. Den alten Überlieferungen gemäß liegen bei allen rituellen Arbeiten das „Buch des Heiligen Gesetzes“ (in der GLSO ausschließlich die Bibel), „Winkelmaß und Zirkel“, also die sogenannten „Drei Großen Lichter der Freimaurerei“, als Symbole auf dem Altar.
  • Die Mitglieder der GLSO machen es sich zur Pflicht, die Freiheit und Unabhängigkeit des Vaterlandes zu verteidigen und zur Erhaltung des inneren Friedens durch Wort, Schrift und Tat nach Kräften beizutragen. Sie treten, getreu der Tradition des Ordens, für die Beachtung der Menschenrechte ein. Die einzelnen Mitglieder sollen sich in Betätigung der maurerischen Grundsätze an den öffentlichen Angelegenheiten beteiligen und dabei so handeln, wie es nach ihrer innersten Überzeugung für das Wohl und das Gedeihen des Vaterlandes am besten ist.
  • Jede Loge der GLSO ist ein friedlicher und neutraler Tempel, dessen Schwelle die Gegensätze und Leidenschaften des Außenlebens nicht überschreiten sollten. Die Logen der GLSO mischen sich nicht in parteipolitische oder konfessionelle Streitfragen ein.
  • Die GLSO nimmt unbeschadet ihres Glaubens, ihrer Rasse, Nationalität, politischer Einstellung oder ihres gesellschaftlichen Standes freie Männer von gutem Ruf und guten Sitten auf, die sich im Streben nach Veredelung weiterentwickeln wollen. Sie unterlässt das förmliche Anwerben von Mitgliedern. Damit ist aber nicht ausgeschlossen, dass Mitglieder der GLSO Männern, die sie für den Bund als geeignet erachten, in diskreter Weise aufklärende Mitteilungen über das Wesen und den Zweck der GLSO machen.
  • Mitglieder der GLSO haben die Verpflichtung, die Vorschriften der Großloge und der Loge treu zu befolgen, deren Ehre und Interessen nach Kräften zu wahren und zu fördern.

Diese Grundsätze müssen von allen Mitgliedern anerkannt, akzeptiert und gelebt werden.

Internationale Anerkennung

Der damalige Vizegroßmeister Ungarns, welcher vom Großmeister Ungarns mit den Patentverhandlungen für Ungarn beauftragt war, wurde von den Brüdern der deutschsprachigen Logen zum Großmeister der Großloge des Alten und Angenommenen Schottischen Ritus von Österreich gewählt und mit den diesbezüglichen Patentverhandlungen mit Frankreich betraut.

In den Jahren 2011 und 2012 wurde seitens der Großloge von Frankreich das Patentierungsverfahren abgehandelt. Am 16. Juni 2012 gegen 10.30 Uhr fand die positive Abstimmung der Delegierten der Grande Loge de France statt. Die Großloge des Alten und Angenommenen Schottischen Ritus von Österreich wurde dadurch zu den respektablen Großlogen der Welt erhoben. Seit diesem Tag ist die GLSO gleichberechtigte Großloge im internationalen Bund der von der GLDF anerkannten Logen.

Die GLSO heute

Die Großloge des Alten und Angenommenen Schottischen Ritus nimmt wie zu allen Zeiten rechtschaffene Männer guten Rufes und guter Sitten ohne Unterscheidung der Nationalität, der Religion, des Ursprung, des sozialen Status oder des finanziellen Hintergrundes in ihre Reihen auf. Sie schließt nur politische oder religiöse Extremisten aus. Ihre Repräsentanten werden demokratisch gewählt. Die Großloge des Alten und Angenommenen Schottischen Ritus von Österreich bearbeitet auch die ersten drei Grade nach dem Ritual des Alten und Angenommenen Schottischen Ritus.

Weblinks

Einzelnachweise

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