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Die Therapeutisches Kinder-, Jugend- und Elternzentrum Haasenburg GmbH ist ein Unternehmen im Bereich der Heimerziehung in Brandenburg. Sitz ist Neuendorf am See in der Gemeinde Unterspreewald. Geschäftsführer ist Mario Bavar.

Einrichtungen

Das Unternehmen betreibt drei Standorte: Neuendorf am See, Jessern und Müncheberg. Die Einrichtungen bieten Kinder, Jugendliche und jungen Erwachsenen eine intensivpädagogische Betreuung. Das Mindestalter für die Aufnahme beträgt vier Jahre. Die untergebrachten Personen werden von Jugendämtern sämtlicher Bundesländer hierhin entsendet.

Geschichte

Im Jahre 2005 kam es zu einem Todesfall durch einen Unfall.[1]

Am 31. Mai 2008 stürzte ein 16-jähriges Mädchen aus dem Dachgeschoss des Heimes in Jessern zu Tode. Nach einem Bericht im Spiegel vom 4. August 2013 soll es sich von einem Erzieher sexuell bedrängt gefühlt haben; es hatte wenige das Mädchen wenige Wochen vor seinem Tod Strafanzeige gegen diesen Erzieher gestellt.[2]

Im Zeitraum 2009 bis 2010 sei es laut internen Protokollen des Heimes durch „Anti-Aggressions-Maßnahmem“ bzw. bei einer „Situation“ bei drei Mädchen zu Knochenfrakturen (in zwei Fällen Arm, in einem Fall Schulter) gekommen, berichtete die taz am 19. Juni 2013; dem Landesjugendamt lag damals eine Beschwerde einer behandelnden Physiotherapeutin vor.[3][4]

Am 2. Juli 2013 flohen drei Jugendliche aus dem Standort Neuendorf am See. Die Jugendlichen berichteten von Demütigungen und Misshandlungen.[5] Der jüngste von ihnen berichtete, er sei gezwungen worden, in eine Mülltonne zu steigen. Ein Junge aus Hamburg und ein Junge aus Saarbrücken wurden zurückgebracht. Der dritte Junge wurde anderweitig untergebracht.

Die Staatsanwaltschaft Cottbus begann mit Ermittlungen gegen Erzieher und Heimbetreiber.[5] Die Jugendministerin Martina Münch sprach einen einen Belegungsstopp bis zum 31. August 2013 aus.[5] Das Unternehmen bestritt die Vorwürfe.[5] Zudem wurden drei Mitarbeiter zunächst suspendiert.[5] Zugleich berichtete ein ehemaliger Insasse berichtete gegenüber der Morgenpost aus seinem mehrjährigem Aufenthalt von monatelanger Isolation, stundenlangem Fixieren von Armen und Beinen, totaler Unterordnung und permanentem Drill.[6] Gegen die berichterstattende taz wurden von der Haasenburg GmbH Unterlassungsverfügungen erwirkt.[7]

Am 16. August 2013 wurde bekannt, dass der Standort Jessern aus wirtschaftlichen Gründen aufgegeben und 40 Mitarbeiter entlassen werden.[8]

Am 26. August 2013 flohen erneut drei Jugendliche.[9] Neben einem Mädchen handelte es sich um die zwei Jungen aus Hamburg und dem Saarland, die schon einmal im Juli weggelaufen waren.[5] Beide waren 17 Jahre alt. Sie legten in der Nacht 45 km zurück. Sie wurden von einem Redakteur der taz im Kinder- und Jugendnotdienst in Berlin-Charlottenburg aufgesucht.[10] Ein Junge floh aus dem Toilettenfenster, nachdem den Jugendlichen vom Notdienst mitgeteilt worden war, dass die Polizei sie in das Heim zurückbringen werde.[10] Mit Stand vom 28. August 2013 waren der Junge aus Hamburg und das Mädchen zurückgebracht worden; der Junge aus Saarbrücken blieb weiter gesucht.[5]

Am 29. August 2013 wurde bekannt, dass der Aufnahmestopp für Neuendorf am See aufgehoben worden sei. Der Aufnahmestopp für Müncheberg blieb bestehen. Der dritte Flüchtige, ein Junge aus Saarbrücken, wurde in das Heim in Neuenburg zurückgebracht.[11] Von insgesamt fünf entflohenen Insassen wurden somit vier zurückgebracht, einer woanders.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Tagesspiegel, 9. Juli 2013 (online)
  2. Spiegel, 4. August 2013 (online)
  3. Betroffene misstrauen der Hotline. In: taz, 20. Juni 2013 (online)
  4. Unklare Ursachen für Knochenbrüche. In: taz, 23. Juni 2013 (online)
  5. 5,0 5,1 5,2 5,3 5,4 5,5 5,6 RP (online)
  6. Hamburger Morgenpost (online)
  7. Pressemitteilungen der Haasenburg GmbH (online)
  8. Haasenburg gibt Standort Jessern erst einmal auf. In: Berliner Morgenpost, 16. August 2013 (online)
  9. Sandra Schäfer: Was herrschen da für Zustände? Trio flieht aus der Haasenburg. In: Hamburger Morgenpost, 28. August 2013 (online)
  10. 10,0 10,1 taz (online)
  11. Teilöffnung für Haasenburg GmbH. Nachschub für das Skandalheim. In: taz, 29. August 2013 (online)

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