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Hans-Werner Pleikardt Kreuzwendedich von Gemmingen-Steinegg (* 26. Juni 1916 in Mainz; † 10. September 1961 in Shannon) war ein Spross der Linie Hagenschieß der Freiherren von Gemmingen. Er war Gutsherr auf Haus Cotten und Besitzer von Haus Villigst. Er zählte zu den Opfern der Flugzeugkatastrophe vom 10. September 1961, als eine Douglas DC-6B nach einem Zwischenstopp in Shannon abstürzte.

Leben

Er war der jüngste Sohn von Hans Dietrich von Gemmingen-Steinegg (1869-1958) und Elisabeth Freiin von Rheinbaben (1880-1960). Der Vater war im Ersten Weltkrieg Adjutant am Gouvernement in Mainz, wo Hans-Werner 1916 geboren wurde. Nach dem Krieg zog die Familie zurück auf Schloss Unterbessenbach. Hans-Werner besuchte das Gymnasium im Schloss Neubeuern, wo er das Abitur abschloss. Den anschließenden Arbeitsdienst absolvierte er im Werdenfelser Land. Danach trat er in das Reiter-Regiment 17 in Bamberg ein. Im Zweiten Weltkrieg diente er zunächst bei einer Panzerspähtruppe in Polen, anschließend kam er zu der in Celle neu aufgestellten Nebeltruppe. Mit dieser Gruppe nahm er am Frankreichfeldzug und später am Russlandfeldzug teil.

1942 verlobte er sich mit Marta Goeters (* 1911), der Tochter eines Spinnereibesitzers, die er 1943 bei einem Fronturlaub im Hotel Atlantic in Hamburg heiratete. Seine Frau, die damals noch bei ihrem Bruder in Wien wohnte, wurde im weiteren Verlauf des Krieges als Laborkraft auch zum Nebel-Lehr-Regiment nach Celle eingezogen. Im Juni 1944 kam Sohn Hans Helmut in Wien zur Welt. Kurz vor Kriegsende wurde Hans-Werner von Gemmingen-Steinegg in Ostpreußen verwundet und kam in ein Lazarett nach Bayern. Von dort gelangte er im Juni 1945 mit dem Fahrrad zurück nach Unterbessenbach, wohin auch seine Frau mit dem Sohn gekommen war. Im Schloss waren Flüchtlinge und Verwandte einquartiert, im Umland kam es zu Plünderungen durch Displaced Persons. Bei einer Auseinandersetzung bei der Plünderung eines Felds erlitt Hans-Werner durch einen Schlag mit einem Brett auf den Kopf einen Schädelbasisbruch, an dessen Folgen er lange zu leiden hatte.

1947 gab es Pläne zur Enteignung von Pachtgütern in der britischen Besatzungszone. Hans-Werner zog daraufhin nach Haus Cotten, das über seine Mutter in Familienbesitz gekommen war, jedoch auch schon unter den Vorbesitzern längere Zeit verpachtet gewesen war. Ab Dezember 1947 bewirtschaftete Hans-Werner das Gut selbst, wobei er große Aufbauleistung zu erbringen hatte, da sich das Gut in desolatem Zustand befunden hatte. Sein besonderes Interesse galt dem Ausbau der Milchwirtschaft, die in den Nachkriegsjahren in den Randgebieten des Ruhrgebiets wirtschaftlich reizvoll war. 1949 kam Tochter Beatrix zur Welt.

Nach dem Tod der Mutter 1960 kam er auch in den Besitz von Haus Villigst, das seit 1948 an die Evangelische Kirche von Westfalen als Tagungszentrum verpachtet ist.

1961 beabsichtigte er, Harvester-Silos in Milwaukee zu besichtigten. An diesem Informationsflug nahmen Landwirte und Behördenvertreter aus Deutschland, Österreich und der Schweiz teil. Alle Teilnehmer fanden den Tod, als die Chartermaschine Douglas DC-6B der President Airlines nach dem Auftanken in Shannon abstürzte.

Seine Güter wurden nach seinem Tod von seiner Witwe verwaltet, die sie 1977 an Sohn Hans Helmut übergab.

Literatur

  • Walter von Hueck: Stammfolge des Geschlechts der Freiherren von Gemmingen, Sonderdruck aus dem Genealogischen Handbuch des Adels Band 37 (Freiherrliche Häuser A, Band VI), C. A. Starke Verlag, Limburg an der Lahn 1966
  • Maria Heitland: Familien-Chronik der Freiherren von Gemmingen. Fortsetzung der Chroniken von 1895 und 1925/26, Elztal 1991.

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