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Hekla-Empfangskomitee – Initiative für mehr gesellschaftliche Eruptionen ist eine deutsche links-militante Gruppe. Sie bekannte sich zu den Brandanschlägen auf Bahnanlagen im Oktober 2011 im Großraum Berlin.

Der Name Hekla ist an den gleichnamigen isländischen Vulkan angelehnt.

Im Oktober 2011 führte die Gruppe koordinierte Brandanschläge auf Gleisanlagen in Berlin und Brandenburg durch. Sie legten mindestens 16 zeitgesteuerte Brandsätze an unterschiedlichen Stellen in die Kabelschächte an den Gleisen. Die meisten der Brandsätze zündeten jedoch nicht oder erloschen ohne die Signalanlagen zu beschädigen. Durch die Schäden eines gezündeten Brandsatzes auf der ICE-Strecke Berlin-Hamburg und die polizeilichen Maßnahmen kam es über mehrere Tage zu erheblichen Einschränkungen des Bahnverkehrs im Großraum Berlin.

In einem im Internet veröffentlichten Bekennerschreiben[1] bekannte sich die Gruppe zu dem Anschlag. In diesem Schreiben kritisiert sie den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan und deutsche Waffenexporte. Mit dem Anschlag habe sie „diese Metropole in einem bescheidenen Umfang in den Pausenmodus umgeschaltet.“ Als Inspiration benennen sie einen fünf Monate zuvor erfolgten Anschlag auf Kabelanlagen der deutschen Bahn am Berliner Bahnhof Ostkreuz, in dessen Folge der Bahnverkehr im Osten Berlins, Internetdienste der Deutschen Bahn und das Mobilfunknetz von Vodafone zeitweise gestört waren.[2] Das Hekla-Empfangskomitee widmet seine Aktion dem inhaftierten US-Soldaten Bradley Manning und fordert seine Freilassung. Das US-Militär wirft Manning vor, militärische Geheimnisse an die Internet-Plattform Wikileaks weitergegeben zu haben. In einem drei Tage später veröffentlichten zweiten Schreiben betont die Gruppe noch einmal, dass sie bei ihrer Tatausführung eine Gefährdung von Menschenleben ausgeschlossen hätte.[3] Die propagierte Sabotage der „Funktionsfähigkeit der Metropolen” lehnt sich an das Manifest Der kommende Aufstand an.

In der linken Szene wurde das Pamphlet als unpolitisch kritisiert. Hekla wurde unter anderem vorgeworfen, unglaubwürdig zu sein, wenn man als antimilitaristische Gruppierung selbst zu Gewalt greife. Als ungeschickt wurde auch der Zeitpunkt des Sabotageakts genannt, da staatliche Institutionen durch die unerlaubte Anwendung eines „Staatstrojaners“ in der Öffentlichkeit ohnehin kritisch wahrgenommen würden.[4]

Einzelnachweise

  1. Das Hekla-Empfangskomitee – Initiative für mehr gesellschaftliche Eruptionen: Presseerklärung zu den Brandanschlägen auf Bahn und Telekommunikation wegen 10 Jahre Afghanistan, veröffentlicht auf Indymedia am 10. Oktober 2011
  2. Sebastian Fischer: Nach dem Brandanschlag am Ostkreuz. Bahn rollt wieder, taz - die tageszeitung, 25. Mai 2011
  3. Das Hekla-Empfangskomitee – Initiative für mehr gesellschaftliche Eruptionen: Richtigstellungen zur Medienberichterstattung zu den Brandsätzen an Kabelschächten der Bahn, veröffentlicht auf Indymedia am 13. Oktober 2011
  4. Brandsätze in Berlin. Linke Szene spottet über Bekennerschreiben. In: Spiegel Online. 11. Oktober 2011. Abgerufen am 3. Dezember 2011.

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