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Hungerproteste in Rawicz fanden am 19. August 1921 statt.[1][2] Diese Proteste der Arbeiter, Bauern und Arbeitslosen wurden von der polnischen Staatspolizei blutig niedergeschlagen.

Ursachen der Proteste

Die Proteste wurden von der miserablen Lage der Wirtschaft auf den von Polen übernommenen preußischen Gebieten ausgelöst. Bis Juni 1921 waren diese Gebiete vom übrigen polnischen Hoheitsgebiet durch eine Zollgrenze abgetrennt, gleichzeitig verlor die dortige Industrie den deutschen Absatzmarkt. Nach der Abschaffung der Zollgrenze kam es zu abrupten Preissteigerungen, was zu Protesten der Bevölkerung führte.

Es kam zu blutigen Zusammenstößen mit der Polizei, wie in Rawitsch am 19. August 1921.[3][4]

Verlauf der Unruhen

Datei:Ratusz w Rawiczu- strona zachodnia.jpg

Ende Juli 1921 kam es in der Umgebung von Rawicz zu Protesten der Arbeiter und Bauer. So protestierten die am Flussbau des Flüsschens Dąbroczna (Nebenfluss von Orla – dem rechten Nebenfluss von Barycz) beschäftigten Arbeiter wegen der Hungerlöhne. Vom Arbeiter Lewandowski angeführt, kamen sie nach Rawicz, um den örtlichen Behörden ihre Forderungen unterbreiten. Ihre Forderungen wurden jedoch abgelehnt. Die wütenden Protestler bewarfen das Rathausgebäude mit Steinen. Die Polizei reagierte schroff – es kam zu Nahkämpfen. Einige Polizisten wurden entwaffnet. Die übrigen Polizisten versammelten sich in der Paderewski-Straße und begannen mit scharfer Munition die Hungernden anzugreifen. Die Kämpfe dauerten mehrere Stunden, denn aus den benachbarten Dörfern kamen mit Heugabeln und Sensen bewaffnete Bauern. Die Stadt wurde von Soldaten umzingelt. In der folgenden Nacht wurden viele Protestler erschossen oder festgenommen.

Die festgenommenen Protestler wurden zu Freiheitsstrafen verurteilt. Nach dem Absitzen der Strafen emigrierten die meisten von ihnen, darunter auch Lewandowski, nach Frankreich.

Liste der Opfer

Während der Kämpfe starben vor Ort um 11.30 Uhr drei Personen, die übrigen erlagen am 19., 20. und 21. August 1921 im örtlichen Krankenhaus den Schusswunden. Sie wurden gemeinsam am Rawiczer Friedhof am 25. August beerdigt.[1] Es waren:[5]

  • Stefan Cyburski (22 J.),
  • Władysław Dąbrowicz (18 J.),
  • Franciszek Robaszyński (23 J.),
  • Wincenty Szukalski (37 J.),
  • Kazimierz Szwarc (17 J.),
  • Jan Tatarek (22 J.),
  • Jan Tyca (26 J.)

1962 wurde am damaligen Rawiczer Rathaus eine Gedenktafel mit den Namen der Gefallenen enthüllt.[3]

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Pamięć o manifestantach in der Zeitung Gazeta Rawicka (Online), Erscheinungsdatum unbekannt (in Polnisch, abgerufen am 9. September 2013)
  2. Walerian Sobisiak: Dzieje ziemi rawickiej : Polskie Towarzystwo Historyczne, Oddział w Poznaniu : Poznań : Państwowe Wydawnictwo Naukowe, 1967
  3. 3,0 3,1 Tadeusz Becela, Lata górne i chmurne, Wydawnictwo Poznańskie, Poznań, 1965, S. 33
  4. Tablica poległych w 1921 roku na rawickim Rynku auf der Website der Rawicz-Pfarrgemeinde zum Heiligen Andreas Bobola vom 28. Februar 2009 (in Polnisch, abgerufen am 9. September 2013)
  5. Kwiaty dla zastrzelonych bezrobotnych in der Zeitung Życie Rawicza (Online) vom 1. Mai 2012 (in Polnisch, abgerufen am 9. September 2013)

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