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Die Kaufmännische Schule Ehingen (KS Ehingen oder auch KSE) ist eine berufliche Schule mit kaufmännischer Ausrichtung in Ehingen (Donau). Träger der Schule ist der Alb-Donau-Kreis aus dessen Gebiet die Schüler zum großen Teil stammen. Unter dem Dach der Kaufmännischen Schule sind vier Schularten vereint: Kaufmännische Berufsschule, Berufsfachschule (Wirtschaftsschule), die kaufmännischen Berufskollegs und das Wirtschaftsgymnasium.

Geschichte

Im Oktober 1910 treten die ersten kaufmännischen Lehrlinge in die seit 1850 bestehende Gewerbeschule Ehingen ein. Die rechtliche Grundlage ist das Gewerbe- und Handelsschulgesetz für Württemberg vom 1. April 1909. 1955 wird die zweijährige Kaufmännische Berufsfachschule (Wirtschaftsschule) eingerichtet. 1963 erhält die Gewerbeschule in der Schulgasse einen neuen Anbau direkt an die Kaufmännische Schule. Die Kaufmännische Schule wird selbständig. Erster Schulleiter ist Studiendirektor Lense. Ab September 1976 gibt es das kaufmännische Berufskolleg I. Im Schuljahr 1990/91 wird das Berufskolleg um das Kaufmännische Berufskolleg II erweitert, an welchem die Fachhochschulreife erworben werden kann. Seit dem Schuljahr 1995/96 wird das Kaufmännische Berufskolleg Fremdsprachen angeboten. Mit der Einrichtung des Wirtschaftsgymnasiums im Schuljahr 2007/2008 kann an der kaufmännischen Schule Ehingen auch die allgemeine Hochschulreife (Abitur) erworben werden.

Im Sommer 1992 zieht die Gewerblichen Schule aus dem gemeinsamen Gebäude aus und bezieht das neue Schulgebäude an der Weiherstraße. Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten nimmt das Schulgebäude Schulgasse 11 neben der Kaufmännischen Schule auch die Haus- und Landwirtschaftliche Schule auf. Im Jahr 2009 siedelt letztere ebenfalls in das berufliche Schulzentrum an der Weiherstraße um. Seither steht das gesamte Schulgebäude in der Schulgasse 11 der Kaufmännischen Schule allein zur Verfügung.

Schularten

Kaufmännische Berufsschule

Die Berufsausbildung in kaufmännischen Berufen erfolgt in dualer Form: Die Auszubildenden sind in der Regel an dreieinhalb Tagen in der Woche im Betrieb, die restliche Zeit in der Kaufmännischen Berufsschule. Die zwei- bzw. dreijährige Ausbildung endet mit einer schriftlichen und praktischen Abschlussprüfung. Neben dem regulären Abschluss können die Auszubildenden z. B. den ECDL (Europäischen Computerführerschein) machen, ein Zertifikat der KMK über eine Zusatzqualifikation in Englisch erwerben und auch an einem Fahrsicherheitstraining mit dem Pkw teilnehmen. Jedes Jahr nehmen einige Schüler am Schüleraustausch Programm „Leonardo“ teil und verbringen einige Wochen bei Gastfamilien in England. Für Hauptschulabsolventen besteht die Chance durch einen erfolgreichen Berufsabschluss, die Mittlere Reife zu erlangen.

An der Kaufmännischen Schule Ehingen können folgende Berufe erlernt werden:

  • Industriekaufmann
  • Bürokaufmann
  • Einzelhandelskaufmann
  • Verkäuferin

Zweijährige Berufsfachschule (Wirtschaftsschule)

Bildungsziel

Die Wirtschaftsschule ist eine zweijährige berufsvorbereitende Vollzeitschule. In ihr werden Grundlagen für einen kaufmännischen Beruf oder für eine Tätigkeit in einer öffentlichen Verwaltung gelegt. Schulabschluss: Fachschulreife (Mittlere Reife)

Aufnahmevoraussetzungen
  • Hauptschulabschluss oder Versetzung in Klasse 10 der Werkrealschule
  • Versetzungszeugnis in die Klasse 10 der Realschule oder des Gymnasiums (G9) oder Klasse 9 (G8)
  • Abgangszeugnis nach Klasse 9 der Realschule oder des Gymnasiums (G9) oder Klasse 8 (G8) mit einem Notendurchschnitt von mind. 4,0 in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik

Kaufmännische Berufskollegs

Kaufmännisches Berufskolleg I

Bildungsziel
  • Vertiefung in den allgemeinbildenden Unterrichtsfächern
  • Vermittlung von theoretischen u. fachpraktischen Grundkenntnissen für Tätigkeiten in Wirtschaft und Verwaltung
  • Arbeiten mit einer Unter¬nehmenssoftware zur Unterstützung des prozessorientierten Denkens
  • Anwendung der fachtheoretischen Kenntnisse bei der Übungsfirma „MKR GmbH“
Aufnahmevoraussetzungen
  • Erfolgreicher Abschluss einer Realschule, Berufsfachschule (z. B. Wirtschaftsschule), Werkrealschule
  • Versetzung in die Klasse 10 (G8) oder 11 (G9) eines allgemeinbildenden Gymnasiums
Besonderheit

Arbeit in der Übungsfirma MKR GmbH (Wahlpflichtbereich). Die Übungsfirma ist in einem Großraumbüro, ausgestattet mit Büromöbeln wie in der Geschäftswelt üblich, modernster Hardware und praxisgerechter Software. Hier werden alle Tätigkeiten der kaufmännischen Berufspraxis und Informationsverarbeitung durchgeführt. Die Übungsfirma ist über eine Zentrale (ZÜF) mit ca. 5000 Übungsfirmen in aller Welt vernetzt. Patenfirmen sind das Liebherr-Werk Ehingen GmbH, die Firma Möbel Borst, Ehingen und die Firma DIY Element System GmbH, Rottenacker.

Kaufmännisches Berufskolleg II

Bildungsziel

Aufbauend auf dem Kaufmännischen Berufskolleg I Vertiefung in den allgemeinbildenden Unterrichtsfächern, Vermittlung von theoretischen und fachpraktischen Grundkenntnissen für kaufmännische und verwaltende Tätigkeiten in einem einer dualen Ausbildung entsprechenden Aufgabenfeld Stärkung der Methoden- und Sozialkompetenz sowie der Erwerb adäquater Lern- und Arbeitstechniken.

Abschluss
  • Nach einen Jahr Vollzeitschule, Fachhochschulreife
  • Mit Zusatzprüfung, „Staatlich geprüfter Wirtschaftsassistent“
Aufnahmevoraussetzungen

Abschlusszeugnis des Kaufmännischen Berufskollegs I mit einem Notendurchschnitt von mindestens 3,4 in den Fächern Betriebswirtschaftslehre, Deutsch, Englisch, und Mathematik

Kaufmännisches Berufskolleg Fremdsprachen

Bildungsziel

Das Berufskolleg Fremdsprachen schließt nach zwei Jahren mit der Fachhochschulreife ab. Mit einer Zusatzprüfung kann der Berufsabschluss „Staatlich geprüfter Wirtschaftsassistent“ erworben werden.

  • Vertiefung in den allgemeinbildenden Unterrichtsfächern
  • Vermittlung von theoretischen und fachpraktischen Grundkenntnissen für kaufmännische und verwaltende Tätigkeiten in einem fremdsprachlich geprägten Aufgabenfeld
  • Stärkung der Methoden- und Sozialkompetenz sowie der Erwerb adäquater Lern- und Arbeitstechniken
Abschluss
  • Nach zwei Jahren Vollzeitschule, Fachhochschulreife
  • Mit Zusatzprüfung, „Staatlich geprüfter Wirtschaftsassistent“
Aufnahmevoraussetzungen
  • Zeugnisnote im Fach Englisch mindestens „befriediend
  • Mittlerer Bildungsabschluss oder
  • Versetzungszeugnis in die Klasse 10 eines Gymnasiums des achtjährigen Bildungsganges oder
  • Versetzungszeugnis in die Klasse 11 eines Gymnasiums des neunjährigen Bildungsganges

Wirtschaftsgymnasium

Die Kaufmännische Schule Ehingen bietet ab dem Schuljahr 2013/2014 im vierzügigen Wirtschaftsgymnasium neben dem allgemeinen Profil „Wirtschaft“ auch das Profil „Internationale Wirtschaft“ mit bilingualem Unterricht an.

Bildungsziel

Das dreijährige Wirtschaftsgymnasium führt zur Allgemeinen Hochschulreife (Abitur) und bereitet sowohl auf ein Studium als auch auf eine berufliche Ausbildung in Wirtschaft und Verwaltung vor. Es vermittelt fundierte Kenntnisse im wirtschaftswissenschaftlichen Bereich und in Informatik.

Aufnahmevoraussetzungen
  • Mittlerer Bildungsabschluss mit einem Notendurchschnitt in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik von mindestens 3,0, wobei in jedem dieser Fächer mindestens die Note ausreichend erreicht sein muss
  • Versetzung in die Klasse 10 (G8) oder 11 (G9) eines allgemeinbildenden Gymnasiums
Perspektiven
  • Mit bestandener Abiturprüfung können alle Fächer an allen deutschen Hochschulen, Universitäten, Dualen Hochschulen und Fachhochschulen studiert werden.
  • Bei Ausscheiden nach der Jahrgangsstufe 1 (Klasse 12) kann der schulische Teil der Fachhochschulreife erworben werden.
  • Beim Eintritt in ein Ausbildungsverhältnis erhalten die Absolventen des Wirtschaftsgymnasiums zum Teil beträchtliche Verkürzungen der Ausbildungszeit.
  • Wirtschaftsgymnasiasten im Profil „Internationale Wirtschaft“ erwerben zusätzlich zum Zeugnis der Allgemeinen Hochschulreife ein Zertifikat über das Bestehen des „Internationalen Abiturs am Wirtschaftsgymnasium in Baden-Württemberg“.

Schulentwicklung im Rahmen der operativ eigenständigen Schule

OES-Konzept

Das Konzept „Operativ eigenständige Schule“ OES zielt auf eine weitere Stärkung der pädagogischen und fachlichen Erstverantwortung der beruflichen Schulen. Im Mittelpunkt steht die Sicherung und Entwicklung der Unterrichts- und Schulqualität. Dazu führen die beruflichen Schulen ein Qualitäts¬entwicklungs¬system ein. Darüber hinaus wird eine Erweiterung der Gestaltungsräume in den Blick genommen.

Das Konzept OES legt den Schwerpunkt auf die Selbstevaluation und Qualitäts-entwicklung in allen relevanten Bereichen des schulischen Lebens. Dabei steht der Unterricht als zentrale pädagogische Arbeit im Mittelpunkt. Bei der Fremdevaluation blickt das Landesinstitut für Schulentwicklung in größeren Zeitabständen von außen auf die Schule. Die Fremdevaluation bildet eine Grundlage für Zielvereinbarungen zwischen Schule und Schulaufsicht. Im Mai 2010 ist an der Kaufmännische Schule Ehingen die Fremdevaluation mit Erfolg durchgeführt worden.

Projekte/Prozesse

  • Aufnahme neuer Kollegen
  • ECDL-Führerschein
  • Fallbesprechungsgruppe
  • Fortbildungsplanung
  • Ganztagesklasse
  • Individualfeedback
  • Individuelle Förderung
  • Kooperation Schule-Wirtschaft
  • Leonardo
  • Lernortkooperation
  • Methodentage
  • Selbstevaluationsgruppe
  • Schüler-helfen-Schülern
  • Suchtprävention
  • Übungsfirmen
  • Verkehrssicherheitstraining

Weblinks

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