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Kriegerdenkmal Tannheim

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Das Kriegerdenkmal Tannheim ist ein am Pfingstsonntag den 8. Juni 1924 [1] eingeweihtes Kriegerdenkmal in Tannheim, einer Gemeinde im damaligen Oberamt Leutkirch, Volksstaat Württemberg. Die Namen der 88 im Zweiten Weltkrieg Gefallenen, Vermissten und sonstiger Kriegsopfer stehen auf drei um das Reiterstandbild angebrachten Stelen, auf einer weiteren sind die Namen des ersten Weltkrieges vermerkt.

Geschichte

Es bestand schon des längerem der Wunsch, innerhalb der Gemeinde und vom örtlichen Kriegerverein nach der Aufstellung eines Ehrenmales, das an die Gefallenen des Ersten Weltkrieges erinnern sollte. Als Ort des Denkmales wurde in der Sitzung des Gemeinderates vom 14. Dezember 1922 [2] ein Teil der Wiese im herrschaftlichen von Schaesbergschen Schlossgarten, südlich zwischen Kirche St. Martin und neuem Pfarrhaus, gegenüber der Hauptstraße anvisiert. Eine Anfrage des Ortsvorstehers an Graf von Schaesberg endete mit einem abschlägigen Bescheid. Somit fand das Denkmal seinen heutigen Platz, auf der anderen Straßenseite der Hauptstraße.

Mit der Ausführung der notwendigen Bauarbeiten und der Aufstellung des Denkmals wurde in der Sitzung vom 29. Mai 1922 die Firma Baresel aus Stuttgart beauftragt. [3] In der Sitzung vom 14. Dezember 1922 stellte der anwesende Künstler Bildhauer Alois Joser aus Leutkirch im Allgäu mehrere Modelle eines Kriegerdenkmales vor. Es wurde vereinbart, dass er für die Ausführung des Denkmales mit einer Lieferung von 11 Zentner Weizen und 10 Zentner Roggen entlohnt werden sollte. [4] In der Sitzung vom 14. Juli 1924 wurde ein Gesuch des Kunstbildhauers Joser, mit der Bitte um eine Nachzahlung in Höhe von 680,- Reichsmark besprochen. Als Grund hierfür wurde die volumenmäßig größere Ausführung des Denkmals vom Künstler genannt. Um eventuellen Streitigkeiten aus dem Wege zu gehen, genehmigte der Gemeinderat eine Summe in Höhe von 300,- RM. [5]

Reiterstandbild

Das Reiterstandbild widmet sich zwei heimkehrenden Soldaten. Es steht auf einem Sockel in dem mittig der Spruch in MajuskelnGOTTES ERDE IST ÜBERALL“ eingemeißelt ist. Neben der Plastik sind symmetrisch angeordnet je zwei Stelen, auf denen die Namen der Gefallenen und Vermissten beider Kriege vermerkt sind. Der Reiter ist bekleidet mit Uniformjacke, Stiefel und Stahlhelm. Sein Kopf und seine Haltung ist nach unten gerichtet. Er legt mit seinem linken Arm einen Mantel um die Schulter, eines links neben ihm gehenden barfüßigen Mannes mit einer kappenartigen Kopfbedeckung. Die Person zu Fuß ist bekleidet mit Uniformjacke, Hose und zerschliessenen Stiefeln. Sie hat eine sichtbare Verwundung in der Art, dass ihr linker Arm verbunden ist und in einer Armschlinge liegt. Vermutlich steht das Motiv des Denkmals in einem Zusammenhang zur Legende der Mantelteilung des Heiligen Martin von Tours, der auch Schutzpatron der neben anliegenden Kirche ist.

Bei der Einweihung des Denkmals 1924, konnte der örtliche Kriegerverein Tannheim sein 50-jähriges Gründungsjubiläum feiern. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es schon mehrere Male umfassend renoviert und teilweise verändert.

Weblinks

Commons-logo.svg <Lang> Commons: Kriegerdenkmal Tannheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Protokollbuch Gemeinde Tannheim S. 243 ff
  2. Protokollbuch Gemeinde Tannheim S. 124 ff
  3. Protokollbuch Gemeinde Tannheim S. 80
  4. Protokollbuch Gemeinde Tannheim S. 124 ff
  5. Protokollbuch Gemeinde Tannheim S. 275 ff

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