FANDOM


Die Zentralanatolischen Kurden[1] (kurdisch: Kurdên Anatoliya Navîn, türkisch Orta Anadolu Kürtleri[2] oder İç Anadolu Kürtleri[3]) sind Kurden in der Türkei, die seit dem 16. Jahrhundert in Zentralanatolien leben (Provinzen Aksaray, Ankara, Çankırı, Çorum, Eskişehir, Karaman, Kayseri, Kırıkkale, Kırşehir, Konya, Nevşehir, Niğde, Sivas und Yozgat).[4][5]

Den Kern der zentralanatolischen Kurden bilden die Tuz Gölü Kürtleri (Kurden des Tuzgölü), die in den Provinzen von Ankara, Konya und Aksaray leben.[6] Mustafa Kemal Atatürk erwähnte sie in einem Interwiev mit Ahmet Emin (Yalman) vom 16./17. Januar 1923 als "Konya çöllerindeki Kürtler" (Kurden in den Wüsten von Konya).[7] Sie sprechen als Muttersprache entweder Kurmandschi, Şêxbizinî oder Türkisch, und sind sunnitische Moslems oder Aleviten.

Geschichte

Der erste kurdische Stamm, der in Zentralanatolien ankam, ist der Modanlı-Stamm. Sie siedelten sich 1184 in Haymana an[8] und breiteten sich nicht nur in verschiedene Orte Zentralanatoliens, sondern auch nach Hascha-i İstanbul und Rumelien aus: Aksaray, Kütahya, Rumeli, Çatalca, Koçhisar, Haymana, Ipsala and Evreşe. Der Modanlı-Stamm zählte zum Asiret Merdisi.[9] Das erste zentralanatolische kurdische Dorf namens Kürtler (Kurden) wurde 1463 in Yabanâbâd (heute Kızılcahamam-Çamlıdere, Ankara) gegründet.[10]

Das erste kurdische Exil nach Zentralanatolien wurde während der Herrschaft von Selim I. (1512–1520) gewährt, der allerdings für die Massentötung von mindestens 40.000 alevitischen Turkmenen im Zuge der Schlacht von Tschaldiran verantwortlich war.[11] Die ursprünglichen Züchter der Angoraziege waren eben diese kurdischen Völker von Inneranatolien.[12][13]

Stämme

Die größten Stämme der zentralanatolischen Kurden sind die Şeyhbızın, die Reşvan und die Canbeg.[14]

Sprache

Im Allgemeinen zählen zu ihren Muttersprachen Kurdisch (Kurmandschi), doch haben Kurmandschi-sprachige Personen Schwierigkeiten, die Sprache zu verstehen, die in Haymana gesprochen wird, wo Mitglieder des Şeyhbızın-Stammes (Şêxbizinî) leben.[15] Die neue Generation der Kurden spricht in manchen Siedlungen kein Kurdisch mehr.[16]

Bekannte Personen

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Ingvar Svanberg, Kazak refugees in Turkey: a study of cultural persistence and social change, Academiae Ubsaliensis, 1989, ISBN 978-91-554-2438-1, S. 28. englisch
  2. Rohat Alakom, Orta Anadolu Kürtleri, Evrensel Basım Yayım, 2004, ISBN 975-6525-77-0. türkisch
  3. Nuh Ateş, İç Anadolu Kürtleri-Konya, Ankara, Kırlşehir, Komkar Yayınları, Köln, 1992, ISBN 3-927213-07-1. türkisch
  4. Rohat Alakom, ibid, S. 14. türkisch
  5. Ayşe Yıldırım, Ç. Ceyhan Suvari, İlker M. İşoğlu, Tülin Bozkurt, Artakalanlar: Anadolu'dan etnik manzaralar, E Yayınları, ISBN 975-390-205-0, S. 166. türkisch
  6. Müslüm Yücel, "Tuz Gölü Kürtleri", I-VIII, Yeni Gündem gazetesi, 2000, İstanbul. türkisch
  7. Atatürk'ün bütün Eserleri, Kaynak Yayınları, Cilt: 14, ISBN 975-343-400-6, Seiten 273-274. türkisch
  8. Rohat Alakom, ibid, S. 33. türkisch
  9. Cevdet Türkay, Başbakanlık Arşiv Belgelerine Göre Osmanlı İmparatorluğu'nda Oymak, Aşiret ve Cemaatler, Tercüman Yayınları, 1979, S. 502. türkisch
  10. Ahmet Nezili Turan, Yaninâbâd Tarihini Ararken, Kızılcahamam Belediye Yayınları, 1999. türkisch
  11. Mark Sykes, "The Kurdish Tribes of the Ottoman Empire", The Journal of the Royal Anthropological Institute of Great Britain and Ireland, Vol. XXXVIII, 1908.
  12. Hermann Wenzel, Sultan-Dagh und Akschehir-Ova, Kiel, 1932. deutsch
  13. Hermann Wenzel, Forschungen in Inneranatolien II: Die Steppe als Lebensraum, Schriften des Geographischen Instituts Kiel, VII, 3, Kiel, 1937. deutsch
  14. Rohat Alkom, ibid, S. 63. türkisch
  15. Peter Alford Andrews, Türkiye'de Etnik Gruplar, ANT Yayınları, Aralık 1992, ISBN 975-7350-03-6, S. 155.
  16. Dr. Mikaili, "Devlet Kürtçe'ye Kapıları Açtı, Ya Biz Orta Anadolu Kürtleri ? ", Bîrnebûn, Sayı: 45, Bahar 2010, ISSN 1402-7488

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

Auch bei FANDOM

Zufälliges Wiki