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Die Landsmannschaft Plavia-Arminia Leipzig ist eine Studentenverbindung in Leipzig. Sie ist Mitglied im Coburger Convent (CC) und damit pflichtschlagend. Die Mindestanzahl der Partien beträgt zwei. Sie ist ein Fusionsbund aus mehreren ehemaligen Verbindungen, die ihre Wurzeln in Leipzig haben.

Couleur und Wahlspruch

Die Couleur ist weiß-blau-gold auf rot und als Fuxenband blau-weiß auf rot. Mützenfarbe ist blau. Der Wahlspruch lautet: "Einig und Stark".

Geschichte

Landsmannschaft Plavia

Die Landsmannschaft Plavia (lat. für Plauen) wurde am 2. Mai 1855 gegründet.[1] Sie ist damit der älteste Vorgänger der heutigen Landsmannschaft Plavia-Arminia. Einige ihrer Gründer waren zuvor Mitglieder der 1853 gegründeten Landsmannschaft Grimensia in Leipzig. Eine Abspaltung davon war die nur das 1877 gegründete Corps Plavia, welches aber nur bis 1878 bestand. In diesem war der spätere Reichskanzler Georg Michaelis aktiv geworden.[2] Mit den Landsmannschaften Lipsia und Ruthenia gründete Plavia den ersten örtlichen Landsmannschafter-Verband.[3] Ursprünglich war ihr Band zweifarbig grau-gold. Ab Ende Mai trug Plavia die Farben grau-rot-weiß.[4] Außer dieser Akte ist im Universitätsarchiv eine weitere dreibändige Akte vorhanden. [5]

Landsmannschaft Cheruscia

Die Landsmannschaft Cheruscia wurde am 22. Juni 1877 in Leipzig gegründet – als "Freier akademischer Rauchclub", welcher 1881 den Namen "Cheruscia" annahm, der sich auf den germanischen Volksstamm der Cherusker und auf Hermann den Cherusker (Arminius) bezog.[6] Ihre Farben waren grau-weiß-blau. 1936 wurde die Cheruscia durch die Nationalsozialisten aufgelöst. Die ehemaligen Mitglieder fanden sich im westlichen Nachkriegsdeutschland zusammen und verschmolzen dort 1960 mit der Landsmannschaft Plavia zur Leipziger Landsmannschaft Plavia-Cheruscia zu München.

Turnerschaft Variscia

Die Turnerschaft Variscia wurde 1879 in Leipzig gegründet. Im Universitätsarchiv Leipzig ist eine Akte vorhanden. [7] Sie ging aus dem Verein Voigtländer Studenten hervor und trat 1912 in den Dachverband der Deutschen Turnerschaften ein. „Variscia“ ist der lateinische Name für Vogtland. Wie bei der Plavia kamen die Gründungsmitglieder aus dieser Gegend Sachsens. Auch Variscia wurde 1935 aufgelöst. Nach dem Zweiten Weltkrieg traten, im Jahr 1955 die Alten Herren der Kölner Turnerschaft Arminia bei. Um die Tradition der Variscia fortleben zu lassen, beteiligten sich Mitglieder der Turnerschaft Arminia Köln an der Gründung der Leipziger Landsmannschaft Plavia-Arminia.

Turnerschaft Arminia Köln

Die Turnerschaft Arminia Köln wurde am 19. Juni 1902 als ein "Akademischer Turnverein" an der Handelshochschule und spätern Universität Köln gegründet mit den Farben schwarz-rot-gold. Sie änderte ihre Farben 1919 in schwarz-weiß-rot. Auch diese wurde ebenso wie die Variscia, die Cheruscia, die Plavia 1935 aufgelöst und nach dem Krieg 1951 wieder eröffnet.[8]

Landsmannschaft Saxo-Afrania

Die Gründung der Akademischen Landsmannschaft Saxo-Afrania zu Leipzig erfolgte am 22. April 1988 in dem Leipziger Vorort Böhlitz-Ehrenberg. gegründet. Zunächst vereinigten sich Studenten und Akademiker unter dem Namen "Alt-Herren-Convent Saxonia" mit Interesse an studentischer Kulturgeschichte und studentischem Brauchtum. Trotz Verbotes von Studentenverbindungen in der DDR etablierte sich ein aktives Bundesleben. Bereits im Dezember 1988 erfolgte der Beschluß der Wiederbelebung des akademischen Fechtens. Am 23. September 1990 fand in Saaleck bei Bad Kösen der einzige Mensurtag der damals noch existierenden DDR statt. Daran war auch die Landsmannschaft Sachsen zu Leipzig beteiligt, aus der wenig später die Landsmannschaft Saxo-Afrania zu Leipzig wurde. Damit ist Plavia-Arminia der einzige Bund im CC, der in der DDR eine Mensur gefochten hatte. Die Landsmannschaft Sachsen zu Leipzig wiederum ist ein Fusionsbund aus der Deutschen Studentenverbindung Saxonia Leipzig (vormals Alt-Herren-Concent Saxonia) und der Akademischen Fechtgemeinschaft. Infolge der Unterstützung durch die 1838 in Leipzig gegründete, seit 1960 in Heidelberg beheimatete, Landsmannschaft Afrania (Alte Leipziger Landsmannschaft Afrania) wurde im Dezember 1990 der Name Saxo-Afrania angenommen.[9][10] Sie ist seit 1991 Mitglied im CC. Mit der Alten Leipziger Landsmannschaft zu Heidelberg besteht seitdem ein Freundschaftsverhältnis. Von der Akademischen Landsmannschaft Saxo-Afrania übernahm die Plavia-Arminia die Farben.

Landsmannschaft Plavia-Arminia

Zum 1. Oktober 2010 erfolgte die Vereinigung von Plavia-Cheruscia und Saxo-Afrania mit Unterstützung der Turnerschaft Arminia Köln[11] unter dem Namen "Plavia-Arminia" mit Sitz in Leipzig. Der Gründungskommers fand am 16. Oktober 2010 in Leipzig im Gohliser Schlößchen statt. Die Gründung von Plavia-Arminia wiederum geht auf den Jubiläumskommers anläßlich des 600jährigen Bestehens der Universität Leipzig zurück. [12] Das wurde auch vom Studentenrat (Stura) der Universität Leipzig zur Kenntnis genommen.[13]

Durch die Gründung des Alt-Herren-Convents Saxonia 1988, auf den schließlich die Landsmannschaft Saxo-Afrania zurückgeht, ist die Landsmannschaft Plavia-Arminia auch der einzige Bund im CC, der Mitglied der Rudelsburger Allianz ist. Sie ist in Leipzig bislang der einzige CC-Bund, der nach dem Zweiten Weltkrieg existiert. Die Landsmannschaft Plavia-Arminia ist zudem auch Mitglied im Silberkartell.

Bekannte Mitglieder

  • Paul Richard Ebert ( 1878-1914) Erster Bürgermeister (Oberbürgermeister) in Rudolstadt seit 1913, gefallen 1914 [14]
  • Georg Michaelis (1857-1936) 1917 Reichskanzler und preußischer Ministerpräsident
  • Max Otto Schröder (1856-1926) letzter königlich sächsischer Finanzminister
  • Dietrich Lortz Physiker (1935-2013) siehe: Küppers-Lortz-Instabilität

Literatur

  • Chronik der Turnerschaft Variscia, hrsg. vom A.H.-Verband unter Mitwirkung der Aktivitas anlässl. des 50. Stiftungsfestes am 29. Oktober 1929, Leipzig 1929.
  • Ecce Cherusciae: 1914-1918, Leipzig 1918.
  • Ulrich Beck und Peter Kehling, „Die Geschichte der Leipziger Landsmannschaft Plavia-Cheruscia zu München“, in: Silbernes Kartell 1857-2007, hrsg. von Verbände der Alten Herren der Landsmannschaften im Coburger Convent…, Hannover 2007, S. 85-108.
  • CC-Blätter 2/2010, S. 25.
  • Paulgerhard Gladen, Landsmannschaften und Turnerschaften im Coburger Convent, Hilden 2009.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Universitätsarchiv Leipzig: Bestand Rektor: Rep. 02/04/027: Acta, die Gründung des studentischen Vereins Plavia betr. 1855-1862. Fälschlich in der Archivdatenbank als "Floria" bezeichnet. Darin auch Details zur Geschichte ihrer Farben.
  2. Max Mechow, Namhafte CCer, Historia Academica: Kurzbiographien verstorbener Landsmannschafter und Turnerschafter: Schriftenreihe des Coburger Convents Band 8/9, Stuttgart-Möhringen [1976], S. 2
  3. Wilhelm Bruchmüller, Der Leipziger Student 1409-1909, Leipzig, S. 133.
  4. Gedenkblatt zum fünfunddreißigsten Stiftungsfeste der Landsmannschaft Plavia zu Leipzig 2. Mai 1890, Magdeburg 1890, S. 22.
  5. Universitätsarchiv Leipzig: Bestand Rektor: Rep. 02/16/03/P/06 Landsmannschaft Plavia 1859-1933.
  6. Chronik der Turnerschaft Variscia, hrsg. vom A.H.-Verband unter Mitwirkung der Aktivitas anlässl. des 50. Stiftungsfestes am 29. Oktober 1929, Leipzig 1929, S. 9 ff.
  7. Universitätsarchiv Leipzig: Bestand Rektor: Rep. 02/16/03/V/02 (zwei Bände) Turnerschaft Variscia. In der Datenbank des Universitätsarchivs fälschlich "Turnerschaft Variseia" geschrieben
  8. Paulgerhard Gladen, Landsmannschaften und Turnerschaften im Coburger Convent, Hilden 2009, S. 27.
  9. Paulgerhard Gladen, Landsmannschaften und Turnerschaften im Coburger Convent, Hilden 2009, S. 114. (zu Saxo-Afrania)
  10. Jürgen Modrzynski, "Landsmannschaft Saxo-Afrania", in: Studentenverbindungen in der DDR, hrsg. von Kurt U. Bertrams, Hilden 2006, S. 73-76.
  11. Die Turnerschaft Arminia Köln ist dem Verschmelzungsabkommen von 2010 jedoch nicht beigetreten
  12. CC-Blätter« 2/2010, http://www.coburger-convent.de/fileadmin/user_upload/redakteur/CC-Blaetter/CC-Blaetter_2010-2.pdf S. 25
  13. http://www.stura.uni-leipzig.de/fileadmin/stura/mitarbeiterinnen/antira/svbroschuere2011-sturaUL-web.pdf S. 23.
  14. Ecce Cherusciae: 1914-1918, Leipzig 1918, S. 21 f.

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