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Louise von Lengefeld (geborene von Wurmb; * 1743; † 11. Dezember 1823 in Rudolstadt) war Hofmeisterin bei den Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt auf Residenzschloss Heidecksburg. Sie ist die Mutter von Charlotte von Lengefeld, der späteren Ehefrau von Friedrich Schiller, und der Dichterin Caroline von Wolzogen.

Leben

Am 3. Oktober 1761 heiratete Louise Juliane Eleonore Friederike von Wurmb im Alter von 18 Jahren den Oberforstmeister Carl Christoph von Lengefeld (1715–1775). Aus der Ehe gingen die Töchter Caroline und Charlotte, die spätere Ehefrau von Friedrich Schiller, hervor. Die Familie lebte bis zum Tod von Carl Christoph im sogenannten Heisenhof in unmittelbarer Nähe der Rudolstädter Stadtkirche und siedelte später in das Beulwitzsche Haus über. Die Familie von Lengefeld wurde hier von vielen prominenten Geistesgrößen in Rudolstadt besucht, darunter Johann Gottfried Herder, Charlotte von Stein, Johann Gottlieb Fichte sowie Alexander und Wilhelm von Humboldt.

Nach dem Tod ihres Mannes musste die in wirtschaftlichen Dingen unerfahrene Louise von Lengefeld die Geschäfte der Familie aufnehmen. Die Rücklagen waren schnell aufgebraucht. Die Familie geriet in einen materiellen Engpass. Als der bemittelte Friedrich Wilhelm Freiherr von Beulwitz um die Hand ihrer ältesten Tochter Caroline anhielt, willigte Louise von Lengefeld gleich in Ehe ein. Am Hof von Schwarzburg-Rudolstadt wurde sie Hofmeisterin.

Ihr Kochbuch 150 nuetzliche Recepte. Das Kochbuch von Schillers Chere-mere, Louise von Lengefeld wurde 1997 neu aufgelegt und ist auch gegenwärtig noch lieferbar.

„Wer genauer wissen will, was der deutsche Geistesadel speiste, kann in handschriftlichen Rezeptsammlungen von Goethes Großmutter Anna Maria Lindheimer oder der Schillermuse Louise von Lengefeld stöbern.“

Kulturgeschichte der deutschen Küche[1]

Schiller als Schwiegersohn

Der völlig mittellose Friedrich Schiller tauchte im Dezember 1787 im Schlepptau von Wilhelm von Wolzogen, einem Verwandten der Familie von Lengefeld, in Rudolstadt auf. Die schnell wachsende und innige Beziehung Schillers zu den beiden Töchtern betrachtete Louise von Lengefeld zunächst sehr argwöhnisch. Insbesondere der Verlust der Adelspriviligien ihrer Töchter durch eine mögliche Verbindung mit Schiller sorgte bei ihr für Zurückhaltung.[2] Schiller dachte über eine Dreierbeziehung nach. Louise von Lengefeld als auch Charlotte von Lengefeld konnten sich in einer Weise dafür erwärmen. Aufgrund Schillers prekärer finanzieller Situation und aufgrund der auch nach Schillers Verlobung mit Charlotte im August 1789 nicht eindeutig geklärten Gefühlslage Schillers zu den beiden Schwestern, blieb Louise von Lengefelds Verhältnis zu Schiller gespannt.[3]

Nachdem Schiller Professor in Jena wurde und sich seine wirtschaftlichen Verhältnisse als Hofrat besserten, warb er brieflich bei Louise von Lengefeld um die Hand ihrer Tochter Charlotte. Louise von Lengefeld beantwortete Schillers Brief freundlich, willigte am 22. Dezember 1789 brieflich in die Heirat ein und stockte das jährliche Einkommen Schillers und Lottens um 150 Taler jährlich auf; sie sorgte somit gemeinsam mit Herzog Carl August, der Schiller zuvor aus seiner Privatschatulle jährlich 200 Taler bewilligt hatte, für die materielle Fundierung der Ehe zwischen Friedrich Schiller und Charlotte von Lengefeld.[2][4] In ihrer Antwort an Schiller schrieb sie: „Ja ich will Ihnen das beste und liebste waß ich noch zu geben habe meine gute Lottchen geben...“.[5] Louise von Lengefeld hatte, „scheinbar bedenkenlos“, in die nicht standesgemäße Ehe ihre Tochter Charlotte mit Schiller wohl auch deshalb eingewilligt, weil die Konvenienzehe ihrer Tochter Caroline bereits gescheitert war und und sie diese Erfahrung ihrer jüngeren Tochter Charlotte ersparen wollte.[6]

Als Schiller im März 1802 das Wohnhaus an der Esplanade (heute: Schillerstraße) in Weimar kaufte, aber den Kaufpreis von 4200 Talern nicht aufbringen konnte, lieh Louise von Lengefeld Schiller 600 Reichstaler (mit den damals üblichen 4% Zinsen), um Schiller den Hauskauf zu ermöglichen.[7]

Die Briefe von Schiller an Louise von Lengefeld sind im Friedrich Schiller-Archiv in Weimar erhalten.

Literatur

  • Louise von Lengefeld, Viktoria Fuchs/Ursula Weigel (Hrsg.): 150 nuetzliche Recepte.Das Kochbuch von Schillers Chere-mere, Louise von Lengefeld. Lithos, Stuttgart 1997, ISBN 3-88480-023-X

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Peter Peter: Kulturgeschichte der deutschen Küche, Beck Verlag, München 2009 (2. Auflage), ISBN 978-3406572241, S. 118
  2. 2,0 2,1 Kurt Wölfel: Friedrich Schiller. dtv. München 2004, Seite 77. ISBN 3-423-31016-2
  3. Volker C. Dörr: Friedrich Schiller. Suhrkamp Verlag 2005, Seite 31 f., ISBN 3-518-18202-1
  4. Heirat in Wenigenjena, schiller-biographie.de, abgerufen am 16. September 2013
  5. Schillerhaus Rudoltadt (Offizielle Internetpräsenz); abgerufen am 16. September 2013
  6. Claudia Pilling, Diana Schilling und Mirjam Springer: Friedrich Schiller. Rowohlt Taschenbuch Verlag 2002, Seite 47 f., ISBN 3-489-50600-9
  7. Volker C. Dörr: Friedrich Schiller. Suhrkamp Verlag 2005, Seite 52. ISBN 3-518-18202-1

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