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Sarah Burrini

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Sarah Burrini (* 25. August 1979 in Köln, wohnhaft in Köln[1]) ist eine deutsche Comickünstlerin, deren derzeitiges Hauptwerk Das Leben ist kein Ponyhof ein zweimal pro Woche als Webcomic erscheinender Humor-Strip ist, den sie als Zeichnerin wie auch Autorin gestaltet.

Biographie

In der Kindheit von Asterix, Micky Maus und Yoko Tsuno, später in Italien von Dylan Dog und Corto Maltese geprägt, begann Sarah Burrini 1999 nach dem Abitur ihre Karriere als Comiczeichnerin anzugehen, stellte sich mit ihrer Mappe auf der Comic Action und den Kölner Comic Tagen vor und veröffentlichte ihre ersten Arbeiten im Kölner Gratismagazin Cosmix.[2] Parallel dazu absolvierte sie die Ausbildung zur Mediengestalterin beim TrickStudio Lutterbeck und schloss ein einjähriges Animationsstudium an der internationalen Filmschule Köln daran an.[1] Bereits mehrmals arbeitete sie einige Monate in den Periscope Studios in Portland als Praktikantin. Dabei wohnte sie im Zuge ihres ersten Aufenthalts bei Steven Lieber, dem Zeichner von Whiteout und dessen Frau Sara Ryan[2].

Von 2006[3] bis 2012 formiert sie sich mit ihren Kollegen Ans De Bruin, Spong und Andreas Eikenroth zur Gruppe PonyXPress, die ab 2007 insgesamt vier Anthologie-Hefte unter diesem Titel als "ABBA der Independent-Comics" veröffentlichen, das letzte davon 2010 zum Comic-Salon Erlangen[4]. Nachdem die Formierung 2012 ebendort nochmals einen Stand betrieb, trennte sie sich jedoch.[5]

Comic-Werk

Das Leben ist kein Ponyhof

Mit wenigen Ausnahmen während Reisen und Urlauben (oft mit Gastbeiträgen befreundeter Künstler als Vertretung) erscheint dieser Webcomic seit dem 18. Mai 2009 regelmäßig am Montag, seit August 2009 zusätzlich am Donnerstag in Stripform auf Sarah Burrinis Homepage. Parallel zur deutschen Version erscheinen die Strips auch in englischer Übersetzung als Life Ain't No Ponyfarm, auch wenn diese Version seit Herbst 2012 in Verzug geraten ist und im Vergleich zur deutschen Lücken aufweist.

Nach der Webveröffentlichung werden die Strips auch in gedruckter Form publiziert, zuerst geschah dies mit der englischen Fassung. Das 24 Seiten umfassende Heft, das Anfang 2010 für ein Festival in London und eines in Portland angefertigt wurde, enthielt eine kleine Auswahl früher Strips.[6] Auf Deutsch erschien nach einem um gut 40% gekürzten Abdruck der Geschichte Free Ngumbe im Magazin Comix 09/2010 bislang zwei Bände beim Verlag Zwerchfell im Juni 2011 und Mai 2013[7].

  • Quarks (2006-2008)[8]: Eine Art Urform zum Ponyhof beinhaltet dieser Comic bereits das Stammpersonal der späteren Serie.[9] Sarah selbst hört aber noch auf den Namen Elena oder auch Lena Nicoletta Branciforti und die 6 Kurzgeschichten von 3 bis 20 Seiten Länge sind noch im Din A-Seitenverhältnis ausgeführt statt im Stripformat. Die vorletzte Episode, Dinge, die ich bereue, erschien im Mai 2008 im Comicgate-Magazin 3, eine überarbeitete Fassung (in der u.a. aus Elena wieder Sarah wurde) aller fertiggestellter Geschichten erschien 2012 unter dem Titel Das Leben ist kein Ponyhof - The Early Years in der Edition Kwimbi.

Figuren aus der "Ponyhof-Wohngemeinschaft":

  • Sarah: Alter Ego der Schöpferin des Comics. In ihren Eigenschaften und erlebten Begebenheiten findet sich teilweise Autobiographisches, ohne dass man die Figur und Person zusammen legen kann. Sarah, die Comicfigur, hat auch keinen ausgewiesenen Nachnamen.
  • Ngumbe: Der afrikanische Zwergelefant ist der längste Mitbewohner von Sarah. Seinen ersten Auftritt hatte er bereits vor Quarks in einem vierseitigen Kurzcomic von 2005, veröffentlicht in PonyXPress #1.[10] Er pflegt ein misanthropisches Image und hat eine Vorliebe für Jazz, insbesondere Miles Davis.
  • El Pilzo: Der Fliegenpilz hat eine Vergangenheit als Pro-Wrestler, ein Talent für außergewöhnliche heimwerkerische und geschäftliche Betätigungen und ein sehr freches Mundwerk.
  • Butterblume: Das Pony erweckte hingegen zunächst den Anschein, überhaupt nicht sprechen zu können, auch wenn manche Gastzeichner dies nicht so recht glauben wollten. In der über mehrere Strips fortlaufenden Geschichte Das Mafia Tagebuch wird dafür eine Erklärung geliefert, ohne dass es danach sonderlich gesprächiger wurde.
  • Kevin-Asmodias: Der Dämon ist als letzter dazugestossen und taucht damit im Gegensatz zu den anderen noch nicht in Quarks auf. Seinen ersten sichtbaren Auftritt hatte er im Strip vom 31. Oktober 2011, seinen Namen erhielt er in dem vom 22. Dezember des gleichen Jahres. Er entfloh der Hölle, nachdem seine Eltern seine Hellboy-Comics verbrannten (sie betrachteten sie als Schund, weil darin ein Dämon der Menschheit hilft) und quartierte sich kurzerhand nach Lektüre des ersten Ponyhof-Bandes von Zwerchfell in der WG ein. Er ist, wie Sarah, bekennender Nerd.

Neben Einzelstrips und kurzen themenverwandten Sequenzen werden immer wieder auch über mehrere Wochen bis Monate laufende Geschichten erzählt, wobei auch hier die Einheit des Strips im wesentlichen gewahrt bleibt (sieht man von vereinzelnden größerformatigen Beiträgen ab).

Preise: Bereits 2010, als der Sondermann der Frankfurter Buchmesse um die neue Kategorie "Webcomic" erweitert wurde, war der "Ponyhof" unter den vier nominierten Titeln[11], 2012 gewann Sarah Burrini dann damit diesen Preis. Davor, 2011 wurde er beim Comicfestival München mit dem PENG! in der Kategorie Bester deutscher Online-Comic ausgezeichnet. Ebenfalls 2011 erhielt das Buch Das Leben ist kein Ponyhof den erstmals vergebenen Goldenen Gartenzwerg des Comicgarten Leipzig. (Ein Preis, bei dem eine Jury zwölf monatliche Nominierungen vergibt, aus denen sie im Comicgarten den Gewinner küren.)[12]

Astrum Noctis

Anfang 2009 begann Sarah Burrinis Cousine Eva Fairy das Skript nach einer gemeinsamen Storyentwicklung als 22-seitiges Projekt unter dem Arbeitstitel "Lightning" auszuarbeiten, während Burrini erste Skizzen anfertigte.[13] Am 19. September 2011 gab Burrini dann beim Uploaden des aktuellen Ponyhof-Strips bekannt, dass sie für die nächsten drei Monate nur noch einmal die Woche einen neuen Comic auf ihrer Seite veröffentlichen könne. (Es wurden letztendlich doch nur 8 Wochen.) Grund war, dass Astrum Noctis mit La Lepre einen italienischen Verlag gefunden hat und die Deadline ihr mehr Zeit dafür abverlangte.[14] Am Donnerstag wurde für den Zeitraum stattdessen zunächst Einblicke in den Entstehungsprozess von Astrum Noctis (später ältere Werke wie Silly&Cone) den Lesern präsentiert. Darunter Details wie, dass das Charakterdesign der Protagonistin an die jungen Winona Ryder angelehnt ist, aber auch detailliertere Angaben zu Recherche und Design der Abtei.

Inzwischen war der Comic im Umfang bereits erheblich erweitert und von Eva Fairy in zwei abgeschlossene Geschichten á 40 Seiten aufgeteilt, von denen nur die erste von Burrini, die zweite von der italienischen Künstlerin Ambra Colombani zeichnerisch umgesetzt wurde. Die italienische Ausgabe (ISBN 978-88-96052-63-1) erschien im Mai 2012, die deutsche befindet sich laut Verleger Jano Rohleder seit 11.6.2013 in Druck[15] und steht somit vor der Auslieferung.

Inhalt: In einer mittelalterlichen Abtei in der Schweiz, die ein Eliteinternat beherbergt, kommt die Schülerin Florence Lenoir dem Geheimkult um eine untote Äbtissin auf die Spur.[16]

Andere, kürzere, Arbeiten

  • Silly&Cone: The Talking Tits (2001-03): Ursprünglich 2001 im Kölner Fanzine Cosmix erschienen, wurden die kurzen Gagstrips über zwei anthropomorphe Brüste 2002 bis '03 in der deutschen Ausgabe des MAD Magazin veröffentlicht, was Sarah Burrinis erste bezahlte Veröffentlichung war.[17]
  • Bagger Bugger Bash (2005): Diese siebenseitige Abhandlung über Balzrituale ist möglicherweise Sarah Burrinis erster autobiographisch gefärbter Comic, gibt sich die Hauptperson doch als "Halbitalienerin" zu erkennen. (Burrinis Vater ist Italiener.) Dagegen spricht jedoch, dass das Szenario von ihrem PonyXPress-Kollegen Spong stammt, lediglich die Zeichnungen von Burrini. Veröffentlicht wurde die Geschichte in Panik Elektro[18].
  • Bello Estate (2007): Dreiseitige Episode in Didi & Stulle im Schwitzkasten mit den Titelhelden in Italien. Der Band ist ein von Fil initiierter "12-Stunden-Comic", ein Konzept, das die Regeln von Scott McClouds 24-Stunden-Comic parodiert. Fil lud dafür befreundete Künstler ein um gemeinsam innerhalb von 12 Stunden einen 48-seitigen Comic fertigzustellen.[19]
  • Benni und Teddy: Auftragsarbeiten für die Kinderzeitschrift Benni, neben zahlreichen Einzelillustrationen auch kürzere Comics, etwa ein Zweiseiter für die Weihnachtsausgabe 2008[20].
  • Flytrap #4: Performance Anxiety (2009): Achtseitiger Comic aus einer Reihe von Minicomics geschrieben von Sara Ryan.[21]
  • For All The Cows (2009): Zehnseitiger Comic über ein Pferd, das sich für eine Kuh hält und zum Superhelden wird, geschrieben von Robert Burke Richardson. Ursprünglich für Band 6 der Anthologiereihe Popgun von Image Comics geplant[2], wurde die Reihe nach Band 4 eingestellt.[22] Für den monatlichen Wettbewerb im Mai 2011 stellte Sarah Burrini ihn auf mycomics.de ein und gewann damit diesen Bewerb.[23]
  • Meeting Arthùre Fartsovich (2010): Vierseitige Comic-Satire über den Kunstanspruch im eigenen Comic und wie man ihn wieder loswird, erschienen in PonyXPress #4.

Buch-Veröffentlichungen auf Deutsch

  • 2011: Das Leben ist kein Ponyhof [gesammelte Webcomics vom 18.05.2009 - 30.12.2010], Zwerchfell-Verlag, Stuttgart, ISBN 978-3-928387-95-8
  • 2012: Das Leben ist kein Ponyhof - The Early Years, Edition Kwimbi, Köln
  • 2013: Das Leben ist kein Ponyhof 2 - Willkommen in der Realität [gesammelte Webcomics vom 03.01.2011 - 27.09.2012], Zwerchfell-Verlag, Stuttgart, ISBN 978-3-943547-07-8
  • 2013: Mit Eva Fairy (Text) und Ambra Colombani (Zeichnungen 2. Geschichte): Astrum Noctis - Die Abtei der Geheimnisse, Dani Books, Groß-Gerau, ISBN 978-3-944077-35-2

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Comix 09/2010; Verlag Jurgeit, Krismann & Nobst; Berlin; 2010
  2. 2,0 2,1 2,2 Sarah Burrini im Interview auf Comicradioshow vom 19.12.2009. Abgerufen am 10. Juni 2013.
  3. Sarah Burrini im Blog zu ihrem Webcomic am 4. Juni 2006. Abgerufen am 12. Juni 2013.
  4. Sarah Burrini im Blog zu ihrem Webcomic am 8. Juni 2010. Abgerufen am 9. Juni 2013.
  5. "Pony X Press sind die ABBAs der Independent-Comics, gehen aber momentan den Beatles-Weg" auf der offiziellen Seite des Comic-Salons. Abgerufen am 9. Juni 2013.
  6. Sarah Burrini im Blog zu ihrem Webcomic am 17. Februar 2010. Abgerufen am 13. Juni 2013.
  7. Datierung des Deutschen Comicguides
  8. Sarah Burrini im Blog zu ihrem Webcomic am 10. Juli 2008 - Beleg bezieht sich auf die Vollendung der Serie 2008. Abgerufen am 12. Juni 2013.
  9. Sarah Burrini im Blog zu ihrem Webcomic am 4. Juni 2006. Abgerufen am 12. Juni 2013.
  10. Sarah Burrini im Blog zu ihrem Webcomic am 13. August 2010. Abgerufen am 12. Juni 2013.
  11. Comix 10/2010, Seite 18: "Der Web-Sondermann kommt!"; Herausgeber: JNK, Verlag Jurgeit, Krismann & Nobst
  12. Bericht über Goldenen Gartenzwerg auf SPLASHComics. Abgerufen am 13. Juni 2013.
  13. Sarah Burrini im Blog zu ihrem Webcomic am 14. Jänner 2009. Abgerufen am 12. Juni 2013.
  14. Sarah Burrini im Kommentar zu ihrem Webcomic am 19. September 2011. Abgerufen am 15. Juni 2013.
  15. Jano Rohleder im Comicforum
  16. Homepage des Verlages Dani Books. Abgerufen am 15. Juni 2013.
  17. Sarah Burrini im Blog zu ihrem Webcomic am 10. November 2011. Abgerufen am 9. Mai 2013.
  18. Panik Elektro 3: Lovestories ISBN 978-3-934167-23-0
  19. Didi und Stulle 6 1/2: ...im Schwitzkasten; Reprodukt; 2007; ISBN 978-3-938511-48-0
  20. Sarah Burrini im Blog zu ihrem Webcomic am 17. Dezember 2008. Abgerufen am 10. Juni 2013.
  21. Sara Ryan auf der englischen Seite der Wikipedia. Abgerufen am 9. Juni 2013.
  22. http://popguncomics.com/
  23. Veröffentlichung auf Mycomics mit "Siegerlorbeerkranz". Abgerufen am 9. Juni 2013.

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