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Die Bezeichnung VISE wird für eine Methode in der Unternehmenskybernetik verwendet. Der Begriff ist ein Akronym, wobei die Buchstaben jeweils für die vier Steuerungselemente Vision, Integration, System und Ergebnis stehen und markenrechtlich geschützt sind. Die Ausprägung der einzelnen Elemente wird mittels einer Analyse sichtbar gemacht.

Grundansatz

Während natürliche Lebewesen generell einem Lebenszyklus durchleben, der mit der Geburt beginnt und mit dem Tod endet, gilt diese Tatsache nicht zwangsläufig für soziale Einheiten (Nationen, NGOs, Vereine, Unternehmen, Clans und Familien etc.). Die VISE-Methode macht die Überlebensfähigkeit einer sozialen Einheit mess- und steuerbar und zeigt ihren Standort im Lebenszyklus (siehe Abschnitt über die 9 Phasen).

Entstehung

Die Entstehung hat ihren Ursprung im Denkansatz von Ichak Adizes, Santa Barbara (USA), der seit 1988 ebenfalls vier Elemente (PAEI) als Analyseinstrumente benutzt, um den Standort eines Unternehmens im Lebenszyklus zu bestimmen.

Ein analytisch verwandtes Konzept mit anderen Schwerpunkten der Anwendung findet sich unter der Bezeichnung The Adizes methodology von Adizes.

Strategie

Strategie bedeutet hier nicht – wie üblich – langfristige Erfolgsplanung, sondern die Art und Weise, die vier VISE-Aspekte zur erfolgreichen Steuerung des Unternehmens einzusetzen. Die bewusste Balancierung der VISE-Wirkungsmechanismen führt zu überproportionalen Ergebnissen. Sie ist das Wissen, wie man als Führungskraft Unternehmen so steuert, dass sie überdurchschnittliche, erfolgreiche, junge und flexible Unternehmen werden bzw. bleiben. Schwerpunkt ist hier die Proaktion, die rechtzeitig auf innere und äußere Einflüsse reagiert und damit vorausschauend wirkt, im Gegensatz zur Reaktion, deren Aktion aus dem bisherigen Geschehen auf die Zukunft wirkt.

Die vier Grundprinzipien

  1. Konzentration der Kräfte auf Stärkenpotenziale, Abbau von systemimmanenter Verzettelung
  2. Orientierung der Kräfte auf Unternehmensziele und die Zielgruppe
  3. Steuerung des Unternehmens und Erfolgskontrolle mittels Onlineanalyse
  4. Proaktive Umsetzung der sich abzeichnenden Lösungsansätze

Die neun Phasen

Der Einfluss der VISE-Komponenten zeigt sich in neun Phasen des Lebenszyklus einer sozialen Einheit:

  1. Gründerphase, die Startphase, in der eine soziale Einheitsich sich offiziell gründet und einen Namen gibt.
  2. Kindphase, die ersten Schritte sind von hoher Flexibilität und geringer Selbstkontrolle gekennzeichnet.
  3. Teenagerphase, erste Erfolge und mehr Selbstkontrolle stellen sich ein und die soziale Einheit wird erwachsen.
  4. Managerphase, jetzt ist die soziale Einheit erwachsen, ist anerkannt und alle vier VISE-Aspekte sind im Ausgleich vorhanden.
  5. Selbstgefälligkeitsphase, die soziale Einheit ist sehr erfolgreich (hohe Lebensqualität, Gewinne etc.) und der selbstkritische Blick und die Bereitschaft für Innovation gehen langsam verloren.
  6. Eminenzphase, der Fokus liegt auf den vergangenen guten Leistungen, die leicht rückläufigen Tendenzen werden mit dem Markt erklärt, erste Bauernopfer (Entlassungen) werden intern erwogen oder schon getätigt. Das System gewinnt an Einfluss zu Lasten der Anpassungsfähigkeit.
  7. Bürokratenphase, die soziale Einheit verliert die Fähigkeit, innovativ und flexibel auf den Markt zu reagieren, interne und externe Vorschriften werden wichtiger als der Kunde. Das interne System und die Selbstkontrolle übernehmen die Regentschaft.
  8. Verwalterphase, jetzt verwaltet sich die soziale Einheit vorwiegend nur noch selbst, die Lebensqualität sinkt und die Sterbephase wird eingeleitet.
  9. Insolvenzverwalterphase, die soziale Einheit stirbt oder wird von anderen lebensfähigeren sozialen Einheiten übernommen.

Kybernetische Managementlehre

Wolfgang Mewes und Ichak Adizes gelten als Pioniere der kybernetischen Managementlehre. Ganz allgemein ermöglichen die mit der VISE-Methode bereitgestellten Tools die Regelung und Steuerung von Projekten, Unternehmen und Organisationen. Übereinstimmend besteht die Einschätzung, dass das Gebiet der Steuerungs- und Regelungstechnik – die Kybernetik – in Zukunft eine noch größere Bedeutung in der Führung von komplexen Organisationen erlangen wird.

Literatur

  • Herbert Gross: Die Chancen ändern sich – Gedanken zum Wachstum. Econ Verlag, Düsseldorf/Wien 1976, ISBN 3-430-13582-6.
  • Hermann Simon: Die heimlichen Gewinner (Hidden Champions). Die Erfolgsstrategien unbekannter Weltmarktführer. Aus dem Engl. von Jürgen Ulrich Lorenz. 2. Auflage, Campus-Verlag, Frankfurt a.M./New York 1996, ISBN 3-593-35460-8.

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